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Die Zahl der Elbinger Stiftungen um 1900 war sehr groß. Nutznießer dieser Stiftungen waren meistens die Elbinger Hospitäler, dann zur Verbesserung der wirtschaftlichen Lage und auch Ausbildung Unbemittelter (Arme) und zur Wiederherstellung und Erhalt der Gesundheit  der bedürftigeb Elbinger Bürger sowie zur Verschönerung unserer Stadt Elbing. Die bedeutenste Stiftung war die Pott - Cowle - Stiftung. Es ist nicht bekannt, wie lange diese Stiftung bestand. Während der Inflationszeit gingen viele der Elbinger Stiftungen kaputt. 

Unten links neben dem Postamt das von Peter Emanuel Pott erbaute Haus "Friedrich-Wilhelm-Platz 4"


Auszug aus dem Buch:

Beschreibung der Stadt Elbing und ihres Gebietes
in topographischer, geschichtlicher und statistischer Hinsicht,
von Michael Gottlieb Fuchs

Zweiter Band

gedruckt bei Friedrich Traugott Hartmann, Elbing – 1818, Seite 631-648

 Das Cowlesche Testament.

Richard Cowle starb 1821 den 4ten Januar in einem Alter von beinahe 66 Jahren in Danzig, wohin er aus Elbing, wo er sich zuletzt über 10 Jahre aufgehalten, gereiset war, und ward daselbst in sein Gewölbe auf dem neuen Kirchhofe den 12. Januar neben seiner Ehegattin, Christina Henriette geb. Pott, die 1814 den 25sten Nov. in Elbing verstorben, und dahin gebracht war, beigesetzt.

Durch seinen letzten Willen, in welchem er die hiesigen milden Anstalten so reich begabt hat, daß die Jahrbücher der Stadt nichts Gleiches aufgezeichnet enthalten, hat er sich an unserm Orte ein dankbares Andenken für alle Zeiten gestiftet. Die Lebensumstände des großmüthigen Wohlthäters, eh´er Elbing zu seinem Aufenthalte wählte, seine Niederlassung allhier, der summarische Inhalt seines Testaments, und besonders die Bestimmungen, ( Nr 4 / 631 ) die er in demselben für die von ihm begründete Pott- und Cowlesche Stiftung festgesetzt, verdienen daher wohl zur Kenntniß des Publikums gebracht zu werden.

Er wurde den 12ten Januar 1755 zu Berwick in Northumberland geboren, und war der Sohn braver Eltern, deren Vermögensumstände aber durch verunglückte Handelsspeculationen völlig zerrüttet wurden.
Henry Cowle, deren Vater unsers Richard, starb, als dieser sich erst in einem Alter von 5 Jahren befand, und hinterließ seine Wittwe in der hilfsbedürftigsten Lage. Durch Unterstützung ihrer Verwandten gelang es indessen der wackern Frau, ihren Kindern eine gute Erziehung zu geben. Richard besuchte zuerst die Schule seiner Vaterstadt, und hierauf die zu Morpeth in Northumberland, wo er im Hause seines Oheims lebte. Hierauf widmete er sich an seinem Geburtsorte der Handlung. 1775 begab er sich nach Memel, hielt sich aber nicht lange daselbst auf, sondern ging wieder nach Engeland, und von hier zurückkehrend etablirte er sich in Liebau. Diesen Ort vertauschte er bald mit Memel, wo er Associé des geh. Commerzienraths Pott wurde, und dessen Schwester 1783 den 31sten Merz heirathete, mit welcher er in ( 632 ) einer kinderlosen Ehe gelebt hat. Er ging darauf wieder nach London, und obgleich er mit der Pottschen Handlung in Verbindung blieb, so begründete er dort ein neues Handelshaus unter der Firma von Cowle, Bremer & Dom. 1787 kehrte er nach Memel zurück. Hier begünstigte das Glück seine Handelsunternehmungen auf eine glänzende Weise. Im Besitz eines großen Vermögens begab er sich hierauf 1793 mit seinem Schwager, dem geh. Commerzienrath Pott nach Danzig, und führte hier ein unabhängiges Leben.
Die Besitznahme der Stadt Danzig durch die französischen Truppen 1807 bestimmte ihn, diesen Ort zu verlassen. Er wollte anfänglich Königsberg zu seinem Aufenthalt wählen, und reisete auch im Winter 1808 in 1809 dahin. Da er aber mit der dortigen städtischen Behörde sich nicht in Rücksicht der von ihm an die Stadt zu leistenden Abgaben einigen konnte, so wählte er Elbing.
Über seine Niederlassung allhier enthalten die rathhäuslichen Acten folgendes: 1810 den 5ten Jul. zeigte er aus Danzig dem Magistrat seinen Entschluß an, daß er, bewogen von der Annehmlichkeit der Umgebungen Elbings, in oder außerhalb dem städtischen Gebiet ein ländliches Grundstück zu seinem künftigen Domicil zu kaufen, und ( Nr 5 / 633 ) in der Stadt selbst ein Absteigequartier zum Aufenthalt bei schlechter Witterung oder bei eintretender Krankheit zu miethen, Willens sey. Mit dieser Anzeige verband er zugleich den Antrag: Man möge ihm eine bestimmte und deutliche Erklärung darüber geben, daß er als Fremder, der hier nur ein Absteigequartier haben, auch kein Gewerbe treiben wolle, nicht zur Categorie städtischer Bürger und Einwohner werde gerechnet werden, mithin von den ordentlichen sowohl als außerordentlichen Abgaben und Steuern befreiet bleiben werde, wobei er jedoch hinzufügte, daß er, diesem Antrage unbeschadet, wünsche, nicht von Beiträgen ausgeschlossen zu seyn, die für die Unterhaltung der hiesigen, Achtung gebietenden, Armenanstalten erforderlich sind, er vielmehr zum voraus bitte, ihm zu erlauben, zu diesen Anstalten sein Scherflein mit abreichen zu können.
Auf dies Gesuch erhielt er unter dem 10ten Jul. zur Resolution:
Daß, wenn er hier nur einen temporellen Aufenthalt nähme, ihn keine solche Besteuerung, als die Einheimischen, treffen sollte; von dieser überhaupt nur dann die Rede seyn würde, wenn gesetzliche, für diesen Fall noch nicht bestehende ( 634 ) Grundsätze den Magistrat verpflichten sollten, von dieser Besteuerung Gebrauch zu machen.
Dies genügte ihm nicht, er kam selbst nach Elbing, und erließ den 27ten Aug. ein Schreiben an den Magistrat, in welchem er sich über sein Gesuch näher erklärte, und darauf antrug: daß ihm die Zusicherung gegeben werde, daß er nicht zu den hiesigen Abgaben, Steuern und Communalbeiträgen, welche Folgen des vorhergehenden Krieges und der daraus entstandenen Schuldenlast der Stadt wären, werde gezogen werden. Um dies zu motiviren, schreibt er: „Wenn der frei an keinen Staat geheftete Mann sich irgendwo ansiedeln will, ohne daß er die geringsten Ansprüche auf Erwerb mit sich führt, sondern nichts weiter beabsichtigt, als ein Domicil auf dem Lande sich zu kaufen, und ein Logis in der Stadt sich zu miethen, um von seinem größtentheils im Auslande bestätigtem, Vermögen ruhig zu leben, wer mag es ihm verdenken, wenn er die Bedingungen genau und bestimmt zu kennen wünscht, die mit seiner Ansiedlung verbunden seyn werden; wer ihm verargen, wenn er, als ein neuer Ankömmling, Lasten der Vergangenheit zu vermeiden sucht?“
Hierüber ward er gleich den Tag darauf beifällig beschieden; sein Gesuch ward ihm unter den ( 635 ) Bedingungen, die er sich selbst gemacht, zugestanden, und der Magistrat fügte noch hinzu: „Wir freuen uns übrigens, mit einem Manne in nähere Verbindung zu kommen, der die Achtung derer hat, die ihn näher kennen.“
Auf den Grund dieser Resolution nahm er seinen Aufenthalt in Elbing, gab sich auch Mühe, ein Landgut in der Nähe der Stadt zu kaufen, wozu sogleich nicht Gelegenheit war, und woran er hernach durch den darauf folgenden Krieg verhindert ward. Seinem Versprechen getreu bot er der Direktion des Industriehauses, als freiwilligen Beitrag zur Armencasse, monatlich 50 Tl. dar, die er auch bis an sein Ende derselben entrichtet hat. Wenn Concerte zum Besten der Armenanstalten veranlaßt oder Collekten gehalten wurden, zeichnete er sich als Wohltäter aus. Da er dem Gymnasium den mathematischen, physikalischen und chemischen Apparat seines Schwagers, des geh. Commerzienraths Pott, wie oben S. 106 angeführt ist, 1811 übermachte, so legte er zugleich einen ostpreußischen Pfandbrief von 500 Ttl. bei dem Magistrat nieder, dessen Zinsen der jedesmalige Aufseher zu genießen haben sollte.
Die Stadt-Schulden-Regulirungscommission besteuerte ihn anfänglich nicht. Dies geschah aber ( 636 ) 1813. Er weigerte sich, die für ihn ausgeschriebenenen Beiträge von 200 Rtl. zur Berichtigung der Zinsen für den Zeitraum vom 1sten Jul. 1810 bis Ende Jun. 1811, womit er im Reste geführt, zu berichtigen, und berief sich auf die Zusicherung, die er bei seiner Niederlassung allhier vom Magistrat erhalten, nichts zur Tilgung der Stadtschuld beitragen zu dürfen.

Der Magistrat machte hierauf die Commission unter den 23sten August 1813 mit den bei seiner Niederlassung geschehenen Verhandlungen bekannt, und fügte diesem bei: „Die bestimmte Zusicherung des Herrn Cowle, er werde bei liberaler Behandlung der achtbaren Bürgercommune Elbings, außer dem, was er hierin schon geleistet, gern noch mehr zur Beförderung allgemein edler und wohlthätiger Zwecke thun, verdiene Berücksichtigung, da sie von einem Manne herrühre, der nicht nur die Kraft und das Vermögen hätte, sie zu realisiren, sondern auch schon bei so mancher Gelegenheit es gezeigt, da´es ihm mit seinem guten Willen voller Ernst sey; die Commission werde daher auch ohne alle Verantwortlichkeit von Seiten der Bürgerschaft durch Freisprechung des Herrn Cowle von seinen Beiträgen zur Kriegsstadtschuld einen Beweis ächter Liberalität und wahrhaft humaner, ja ( 637 ) sogar staatswirthschaftlich kluger Denkart ablegen.“
Hierauf erwiederte sie unter den 14ten Jul. 1814: „Herr Cowle hat sich schon länger als 3 Jahre an hiesigem Orte ununterbrochen aufgehalten, und also einen förmlichen Wohnsitz allhier aufgeschlagen. Daher ist sein hiesiger Aufenthalt nicht mehr als temporell zu betrachten. Wenn es auch nicht zu läugnen ist, daß er sich in Beiträgen zu den hiesigen milden Anstalten rühmlichst ausgezeichnet hat, so kann dieses doch für uns noch keinen zureichenden Grund abgeben, ihn von seinen gesetzlichen Beiträgen zur Stadtcommune zu entbinden, indem E. Wohllöblicher Magistrat mit uns davon überzeugt seyn wird, daß der Staatsbürger zuvörderst und vor allen Dingen seine Zwangspflichten gegen den Staat und die Commune, wo er sich aufhält, erfüllen müsse.“
Während dieser Zeit war eine neue Ausschreibung pro 1811 / 12 von der Commission geschehen, in welcher Cowle wieder mit 200 Rtl. besteuert wurde. Die für ihn ausgeschriebenen Steuerzettel wurden ihm aber nicht zugestellt, sondern die Sache ward 1814 den 23ten Sept. an die Stadtverordneten- ( 638 ) versammlung gebracht. In dem Schreiben was der Magistrat deshalb an sie erließ, heißt es: „Wir können zwar unsererseits die Commission nicht authorisiren, den Herrn Cowle eine Ausnahme von der Regel zu machen, indessen halten wir die in unserem Schreiben an dieselbe vom 13ten Aug. 1813 angeführten Gründe für erheblich, sie auch den Herren Stadtverordneten, denen nach der Bestimmung der Städteordnung der Beschluß darüber zusteht, vorzulegen, und hoffen, daß sie in unsre Ansicht eingehen und den Herrn Cowle von Leistung der Beiträge befreien werden.“

Die Stadtverordneten theilten hierauf unter dem 24ten Oktober dem Magistrat diesen Beschluß hierüber mit: „Nach reiflicher Überlegung halten wir es am zweckmäßigsten, den Herrn Cowle so zu behandeln, daß wir einerseits unsere Pflichten gegen unsre Mitbürger erfüllen, anderseits aber ihm einen genügenden Beweis geben wollen, daß wir es anerkennen, daß sein Aufenthalt allhier allerdings uns angenehm und der Stadt nützlich sey. Dem zu Folge ersuchen wir E. Wohllöblichen Magistrat, demselben wohlgeneigst zu eröffnen, wie wir die Stadt-Schulden-Regulirungs- ( 639 ) commission authorisirt, die Hälfte der auf ihn ausgeschriebenen zweijährigen Beiträge zur Stadtschuldencasse nieder zuschlagen, die andre Hälfte aber von demselben einzuziehen. Was die künftige Besteuerung betrifft, so würde Herr Cowle zu ersuchen seyn, eine Fassion einzureichen, auf deren Grund die Besteuerung Statt finden könnte, wenn er nämlich mit dem ihm auferlegten jährlichen Beitrage von 200 Rtl. sich für zu hoch angenommen sähe.“

„Da durch diesen Beschluß die Steuerpflichtigkeit des Herrn Cowle zu den Lasten, die aus dem letzten Kriege 1812 und 1813, und namentlich zu den Einquartirungsbeiträgen hervorgeht, so versteht es sich von selbst, daß von ihm das, was er noch an die Einquartirungs-Beitragscasse restirt, ebenfalls nach den von der Serviscommission festgestellten Modalitäten eingezogen werden müsse.“

Dieser Festsetzung in Ansehnung der Beiträge zur Tilgung der Stadtschuld von 1807 und 1808 von 900.000 Rtl. wollte er sich nicht unterwerfen, und machte Anstalten, von Elbing nach Danzig wegzuziehen. Deswegen erließ der Magistrat unter dem 6ten Merz 1815 wieder ein Anschreiben an die Stadtverordneten, in welchem er ihnen dies ( 640 ) anzeigte, und darauf antrug, ihn von diesen Beiträgen zu befreien, ohne ihn von den Abgaben zu anderen Zwecken zu entbinden, worauf er auch keine Ansprüche mache.

Hierauf beschlossen die Stadtverordneten den 3ten April:

Daß die Stadt-Schulden-Regulirungscommission anzuweisen wäre, die Reste des Herrn Cowle nieder zuschlagen, und ihn aus der Liste der Beitragspflichtigen zu streichen; es sollte jedoch, da sie überzeugt wären, daß er, dessen edle Gesinnung für alles Gute und Nützliche sie anerkennen, und durch jene Dispensation würdigen, gewiß seine gute Gesinnung für die Stadt auf alle Art bethätigen werde, seinem einsichtsvollen Edelmuth überlassen werden, ob er durch eine freiwillige Abfindung an die Stadt-Communecasse ein für allemal den Verlust mindern wolle, den sie durch jene Befreiung leidet.
Hierzu verstand er sich, und übermachte den 26sten Jul. der Stadt-Schuldencasse 500 Rtl. als eine freiwillige Donation ein für alle mal, mit der erneuerten Versicherung: daß, so lange er in der guten Stadt Elbing sich aufhalten würde, er die sich selbst auferlegten Pflichten gegen ihre vortreflichen Armenanstalten treulich, wie bisher, zu erfüllen sich bestreben werde.
Wie sehr er dem Vertrauen, was die Stadt in ihn gesetzt, entsprochen, hievon legt, außer dem, das er bei seinem Leben für die hiesigen milden Anstalten geleistet, sein Testament das gültigste Zeugbeschreib. d. St. Elbing II. Bd.  Es ?? ( 641 ) niß ab. Er errichtete es in Elbing 1819 den 21sten Mai, und legte es den 3ten Jul. desselben Jahres verschlossen in Marienwerder in dem Depositorio des königl. westpreuß. Oberlandesgerichts nieder. Es ward den 10ten Januar 1821 geöffnet. Die Vermächtnisse betragen:

I. an seine Verwandte, Freunde und Dienerschaft,

    a.  in englischen 3 pCt. consolidirten Stocks 15.000 Pf. Sterl.

    b.  in preuß. Courant 159.850 Rtl.

    c.  in westpreuß. Pfandbriefen 10.000 Rtl.

II. an milde Stiftungen,

    1. in Berwick,

        an die Armenschule ( Charity School ) 1.000 Pf. Sterl.

        an das Armenhaus ( Poor House ) 1.000 Pf. Sterl.

    2. in Danzig,

        an die Friedensgesellschaft 10.000 Rtl.

        an das Spendhaus 5.000 Rtl.

        an das Pockenhaus 3.000 Rtl.

        an das Kinderhaus 2.000 Rtl.

        an die englische Armencasse 2.000 Rtl.

    3. in Marienwerder,

        an das Institut für erblindete Krieger 2.000 Rtl.

    4. in Elbing,

        an die Pott- und Cowlesche Stiftung 200.000 Rtl.

        an die reformirte Armencasse 2.000 Rtl.

III. an die englische Kirche zu Danzig 2.000 Rtl.

IV. an die altschottische Loge, Drusis zur Mutter Natur 2.000 Rtl.  ( 642 )

     Die Summe sämmtlicher Vermächtnisse ist 17.000 Pf. Sterl. und

                                                                       399.850 Rtl. preuß Courant.

Die Pott- und Cowlesche Stiftung begründet er mit diesen Worten: „ Die freundliche Aufnahme, die mir und meiner verklärten Frau in der Stadt Elbing zu Theil geworden, hat mich an diesen Ort gekettet, in welchem sehr viele liebe und gute Menschen wohnen. In dieser Erinnerung, unter so guten Menschen fortzuleben, ist mein sehnlicher Wunsch. 
Vielleicht tragen daher folgende Anordnungen zur Erfüllung dieses meines Wunsches mit bei. Nächst dem Guten, welches aus meinen Anordnungen bei umsichtiger Ausführung und Leitung entstehen kann, finde ich in der Aussicht auf ein Andenken in Liebe und Ehre unter meinen Mitbürgern schon jetzt Belohnung.“
„Die irdischen Güter, mit welchen mich der allgütige Gott gesegnet hat, habe ich stets als anvertrautes Gut, das auf die nachhaltigste Weise zum Besten andrer verwaltet werden soll, betrachtet. Ich glaube dieser Ansicht gemäß und im Geiste meines wohlseligen Schwagers, des geh. Commerzienraths Peter Emanuel Pott*), in dessen ( 643 / Ss 2 ) ganzen Nachlaß ich durch Erbgangsrecht gekommen, zu handeln, wenn ich die Summe von 200.000 Rtl. preuß. Cour. verwende, um dadurch einen immer bleibenden Fonds, unter dem Namen: Die Pott- und Cowlesche Stiftung, zu bilden. Dieser Fonds soll vorzugsweise*) aus hypothekarisch versicherten Activcapitalien meines dereinstigen Nachlassers gebildet werden. Dieses Stiftungscapital soll von meinen Testamentsexecutoren innerhalb 6 Monaten nach meinem Tode den berufenen Vorstehern der Stiftung angewiesen werden. Die Zinsen von diesen Activcapitalien bis zum nächsten halbjährigen Zinstermin nach meinem Tode gehören zu meinem Nachlasse, die späteren aber gehören der Stiftung, wenn auch das halbe Jahr, von meinem Tode abgerechnet, nicht verlaufen seyn sollte. Die Einkünfte dieser Stiftung sollen zu folgend angegebenen Zwecken verwandt werden: ( 644 )

1.      Die Zinsen von 50.000 Rtl. sollen jährlich für das Industriehaus hieselbst bestimmt bleiben. Speciell verordne ich hiebei nur, daß hievon 100 Rtl. jährlich, als Gehaltszulage, für den Lehrer verwandt werden.

2.      Für das Krankenhaus, das im Bau begriffen ist, bestimme ich hiedurch gleichfalls die Einkünfte von einem Capital von 50.000 Rtl. Es gereicht mir zur großen Genugthung, daß ich zum Bau desselben Veranlassung gegeben habe, *) und mit den guten Elbingern habe mitwirken können.

3.      Ferner legire ich die Zinsen von 20.000 Rtl. an das St. Elisabeth Hospital hieselbst, und bestimme, daß davon zehn alte weibliche Dienstbothen, welche wenigstens zehn Jahre bei ihrer letzten Herrschaft treu und ordentlich gedient haben, unentgeldlich aufgenommen, und bis an ihrem Tod in Wohnung, Speise und Trank frei unterhalten werden. Sollten bei meinem Tode in dem St. Elisabeth Hospital nach obigen Bestimmungen qualificirte Personen vorhanden seyn, so haben diese den Vorzug. Wenn nicht sämmtliche zehn Stellen besetzt sind, oder wenn nicht das volle Einkommen von den 20.000 Rtl. verwandt werden sollte, so sollen die Ueberschüsse nach dem Befinden der Curatoren zur Vermehrung des Capitals oder zur Verbesserung der Lage der verpflegten Personen verwandt werden. Den Curatoren wird, jedoch nur für seltene Fälle, die Befugniß ertheilt, von den vorgeschriebenen ( 645/ Ss 3 ) zehn 

*) Dieser, dessen oben mehrmals erwähnt worden, war ein Sohn des Commerzienraths Peter Pott, der früher Direktor der Seehandlungscompagnie in Elbing war, und für dieselbe auch das Haus Nr. 1777. ( 493 ). auf dem Friedrich Wilhelms-Platz, wie oben S. 408 angeführt ist, erbauet hat, hierauf in Memel lebte, und daselbst starb.
*) Es soll daher ihm, so wie den Legatarien in Engeland, nach dem Willen des Testators auch nichts gekürzt werden, wenn etwa sein Nachlaß zur Ausführung der gemachten Anordnungen hinlänglich wäre; dagegen aber soll auch ihm und jenen Legatarien nichts zuwachsen, wenn etwa nach vollständiger Berichtigung der Vermächtnisse noch etwas übrig bleibt, sondern dieses soll alsdann allein unter die übrigen Legatarien, nach Verhältniß der ihnen legirten Summen, vertheilt werden.

*) Er war mit unter den ersten, die bei der zum Bau dieses Hauses eröffneten Subscription, deren oben S. 571 gedacht worden, unterzeichnete. Dienstjahren abzugehen. Kein Dienstbothe darf jedoch aufgenommen werden, wenn die ununterbrochene Dienstzeit nicht mindestens fünf Jahre gedauert hat.

4.   Aus dem Fonds der Pott- und Cowleschen Stiftung bestimme ich ferner die Zinsen

      von 10.000 Rtl. für das heil. Leichnams Hospital hieselbst,

      von 5.000 Rtl. für das St. George Hospital hieselbst,

      von 5.000 Rtl. für die Pestbude allhier,

      von 5.000 Rtl. für das Conventstift allhier,

      von 5.000 Rtl. für das Pauperknabenstift hieselbst,

      von 5.000 Rtl. zum Besten des Kinderhausstifts hieselbst,

      von 5.000 Rtl. zum Besten der hier neu errichteten Schule für arme Mädchen.“

 „Und endlich bestimme ich, daß von 10.000 Rtl. die Zinsen am 12ten Januar jeden Jahres unter die Hausarme hieselbst in der Stille vertheilt werden sollen.“

„Ich habe vorstehend die Verwendung des Einkommens von 170.000 Rtl. des Stiftungsfonds angeordnet.“

Die Zinsen von den noch übrigen 30.000 Rtl. sollen zum Besten des hiesigen Gymnasiums verwandt werden, und zwar sollen die Zinsen von 15.000 Rtl. den Lehrern, als Gehaltszulage, verabreicht werden, in dem Verhältnis, daß, wenn die Zinsen 750 Rtl. betragen, der Direktor 150 Rtl., ein jeder der drei Oberlehrer 100 Rtl., zusammen 300 Rtl., der erste Unterlehrer 100 Rtl., der zweite und dritte Unterlehrer, jeder 75 Rtl., zusammen 150 Rtl., und der vierte Unterlehrer 50 Rtl. erhalten sollen. Die Zinsen von der anderen Hälfte von ( 646 ) 15.000 Rtl. sollen zur Besoldung eines so schleunig, als möglich, zu bestellenden Lehrers der englischen Sprache verwandt werden. Das jährliche Gehalt dieses Lehrers, welcher, wo möglich ein geborner Engeländer seyn muß, soll hiernach aus mindestens 750 Rtl. bestehen.“

„Zu Curatoren und Vorstehern der Pott- und Cowleschen Stiftung ernenne ich die jedesmaligen Direktoren des Armencollegiums, des Industriehauses und des Krankenhauses. Diese Curatoren sollen in der Verwendung der Einkünfte zu den angezeigten Zwecken unbeschränkt, und nur am Ende jeden Jahres die Verwendung dem Wohllöblichen Magistrat hieselbst nachzuweisen schuldig seyn.“

„Auch empfehle ich dem Wohllöblichen Magistrat die Sorge für die stete Unterhaltung der vollkommensten Sicherstellung des Stiftungsfonds.“
„Ich weiß, und fühle es sehr wohl, daß es leichter ist, letzwillig zu disponiren, als solche Disposition auszuführen, und daß ich mithin, durch die Ernennung der Direktoren jener Anstalten zu Curatoren meiner Stiftung, diesen Männern eine schwere Bürde auflege. Allein es handelt sich hier um die Fortdauer der gemeinnützigsten Anstalten dieser Stadt, und es unterliegt demnach keinem Zweifel, daß diejenigen Männer, welchen so vieles Zutrauen von ihren Mitbürgern zu Theil worden, auch diese Mühwaltung übernehmen und mit Sorgfalt und Eifer ausführen werden. Aus eben dieser Rücksicht nehme ich auch an, daß die Herren Curatoren dies Geschäft unentgeltlich übernehmen und verrichten werden. Es sollen dieselben aber berechtigt seyn, wenn sie es wollen, am Schlusse eines jeden Jahres aus den Ueberschüssen von dem Einkommen des Stiftungsfonds, bis auf den Betrag von 600 Rtl., zurück zu behalten, und unter sich ( 647 ) zu vertheilen. Diese Ueberschüsse werden aus dem Mehrbetrage der Zinsen entstehen, weil der größte Theil meiner hypothekarisch versicherten Forderungen sechs pCt. Zinsen trägt, ich aber die Einkünfte des Pott- und Cowleschen Stiftungsfonds nur zu 5 von Hundert veranschlagt habe.“

„Die Verwendung der sich auf solche Art bildenden Ueberschüsse zu den Zwecken der Stiftung bleibt zwar der Beurtheilung und Umsicht der Herren Curatoren überlassen; zur Regel soll jedoch dienen, daß solche Ueberschüsse dem Capitalsfonds der Stiftung zugeschlagen, und daß dadurch ein Reservecapital zur Deckung etwaniger Ausfälle bei dem Stiftungsfonds gebildet werde.“


„In der Erwartung, daß die jetzt mit der Direktion des Armen- und Krankenwesens am hiesigen Orte beauftragten würdigen Männer, die Herren,

                        Stadtrath Joh. Jakob Krause,

                        der großbritannische Viceconsul Daniel Ferd. Schwarz, und

                        der Regotiant Joh. Ferd. Wegmann

durch diese Anordnung zu den ersten Curatoren der Pott- und Cowleschen Stiftung berufen werden, vermache ich denselben meine Sammlungen an Gemählden und Kupferstichen. Ich wünsche, daß diese Herren sich diese Stücke entweder unter einander vertheilen, oder diese mit Mühe und Kosten und Fleiß zusammengebrachte Sammlungen in einem passenden Locale aufstellen, und sich die Bestimmung gefallen lassen mögen, daß dem Längstlebenden das Ganze eigenthümlich zufalle.“