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Das südlich von Elbing gelegene Gut führt seinen Namen von einem großen Eichenwald, der sich noch im 16. Jahrhundert dort befand. Er grenzte an das Neustädter Feld. In ihn trieben die Neustädter in jedem Herbst ihre Schweine zur Mastung.1563 wurde der Wald größtenteils gefällt, nur wenige Eichen blieben stehen, um diese später als Mühlenwellen zu verwenden. Als das neu gewonnene Land verteilt wurde, erwarb Bürgermeister Schulz davon 14 kulmische Morgen. Er baute hier einen Hof, der Eichwalde genannt wurde. Hofrat Braun, der preußische Intendant, erwarb ihn 1717 und vergrößerte den kleinen Besitz durch verschiedene Ankäufe zu einem Gut. Er kaufte die Kerbswiese in Größe von zwei Hufen und sechs Morgen an und vereinigte sie mit dem Gut. Der Name Kerbswiese ist ebenso zu erklären wie Kerbswalde und Kerbshorst, das heißt also, dass dieses Wiesenland in der Ordenszeit in der Verwaltung des Karwansherrn des Elbinger Schlosses gestanden hat.
Als Braun sich 1722 nach seiner Amtsentsetzung in das Privatleben zurückzog, wurde für ihn sein geliebtes Eichwalde zu einer Stätte literarischer Muße. Braun starb 1737. Seine Witwe heiratete den Kapitän Szarowitz vom Printzschen Regiment, das in Elbing garnisonierte. Durch Kauf kam dann das Gut an Johann Kawerau. Im Kaufvertrag wurde bestimmt, dass Eichwalde nie aufgeteilt, sondern immer in einem Stück zusammenbleiben sollte. Kaweraus Witwe heiratete den Ratssekretär Horn, nach dem Eichwalde auch Hornshof genannt wurde. Spätere Besitzer hießen Haag und Klein. Nach ihnen hieß das Gut auch Haags- und Kleinshof. Um 1830 besaß der Zimmermeister Karl Kutzner das Gut Eichwalde.
In der polnischen Zeit und im 19. Jahrhundert hatte Eichwalde und Kerbswiese als freies Bürgergut gegolten. Bis 1772 gehörte es zum Landrichteramt der Stadt Elbing. Das Gut hatte in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts außer den Wohn und Wirtschaftsgebäuden eine Rossmühle und 5 Hufen 25 Morgen Land.
Nach dem das Gut vielfach den Besitzer gewechselt hatte, erwarb es 1915 die Stadt Elbing, um auf seinem Gelände einen Flugplatz zu errichten. Die Stadt zahlte für 104 ha 400 000 Mark.
Der Rest des ehemaligen Gutes gehörte dann zu Spittelhof. Eichwalde blieb aber ein selbstständiger Gutsbezirk von 41 ha, jedoch ohne Bewohner. Neben dem Flugplatz Eichwalde entstand am Eichwalder Weg Nr 1 – 54 eine Siedlung, in der zunächst Eisenbahner wohnten, die später in die neue Siedlung nach Trettinkenhof umsiedelten. Der Eichwalder Weg 1 und 1a gehörten dem Reichsfiskus, die Anwesen 2, 3, 5, 7, 9, 11 und 13 der Stadtgemeinde Elbing und die Grundstücke 4, 6, 8, 12, 16 und 18 der damaligen Deutschen Reichsbahn. Alle übrigen Grundstücke und Häuser waren Privatbesitz.
(Aus dem Buch „Die Geschichte des Landkreises Elbing“ von Dr. E. G. Kerstan, Pfarrer in Lenzen, Kr. Elbing)


(© für alle Fotos, Fam. Kroggel, Berlin und Halle a. Saale)
Diesen Flugplatz „Eichwalde“ habe ich schon vor einiger Zeit in meiner Homepage vorgestellt und daraufhin kam es zum Kontakt mit Frau Dr. Rita Kroggel. Der Großvater, Herr Carl Ihme (Friedrich Karl) war um 1918 bis 1920 auf dem Elbinger Flugplatz als stellvertretender Zahlmeister und nach dem Kriegsende beim Auflösungskommando des Flugplatzes tätig. Aus dieser Zeit stammen alle Fotos auf dieser Seite, die mir von der Fam. Kroggel (Berlin/Halle) zur Verfügung gestellt wurden. Die Familie Kroggel stellt diese bisher unveröffentlichten Fotos ausschließlich der „Elbinger Heimatseite“ zur Verfügung. Das kopieren und weiterverwenden dieser Urheberrechtlich geschützten Fotos ist nur mit Genehmigung der Familie Kroggel erlaubt.
Oben: Carl Ihme, Architekt, (Friedrich Karl) geb: 30. 11. 1884 in Wurzen, gest. 11. 09. 1923 in Leipzig.
Sein Weg seit 1915 bei den Fliegertruppen:  Großenhain, Königsberg (Aufstellung der Jagdstaffel 57 =JASTA 57,am 6.1.18), Fronteinsatz in Flandern mit der JASTA 57, Verwundung durch einen Giftgas-Angriff, Elbing Eichwalde. Mit knapp 39 Jahren starb Carl Ihme an den Folgen von dem Giftgas-Angriff. 

Der Dienstausweis von Carl Ihme mit Stempel: Anfangsfliegerschule Elbing

Herr Carl Ihme hatte auch seine Familie mit in Elbing, die Tochter Ruth besuchte das Lyzeum, Kaiserin-Auguste-Viktoria Schule (später das Staatl. Oberlyzeum).

Frau Margarete Ihme mit ihren Kindern Ellen und Ruth und der Nichte Elli, auf dem Geländer sitzend im Casinogarten. Für ihren Schulweg von Eichwalde zum Lyzeum in der Poststr. benötigten die Kinder einen extra Ausweis für das Flugplatzgelände. Dieser Ausweis wurde 1918 rückseitig vom Soldatenrat unterzeichnet. Die Novemberrevolution, ausgehend von den meuternden Matrosen der Hochseeflotte in Wilhelmshaven, hatte auch Elbing erreicht.

Zwei Luftaufnahmen um 1918 von Elbing aus dem Nachlaß von Carl Ihme

          1                      2                           3              4                 5     


             6                          7              8                          9  

Auf dieser Luftaufnahme um 1918 ist zu erkennen: 1.Rathaus  2. Heilige-Drei-Könige-Kirche  3. Holländer Tor  4. Land- und Amtsgericht  5. Heinrich von Plauenschule  6. Siedlung Trettinkenhof  7. Haffuferbahn  8. Bahnstrecke Elbing-Marienburg  9. Lokomotivfabrik Trettinkenhof

                1             2        3        4                   5                 6   


        7                8         9                   10            11          12           13                Auf dieser Luftaufnahme aus Richtung Thumberg um 1918 ist zu erkennen: 1. Diakonissen-Krankenhaus  2. Linden- Str.  3. Carl- Str.  4. St. Nicolai- Kirche  5. Land- und Amtsgericht  6. Kirche in Zeyer  7. Städtisches Krankenhaus  8. Truso- Schule  9. Tal- Str.  10. Hindenburg- Str. mit St. Georgen- Kapelle  11. St. Annen- Kirche  12. Heinrich von Plauen Schule  13.  Blumen- Str.   blau eingezeichnet „Wilde Hommel“ 

Eindrücke aus dem Fliegerleben

In ganz Eichwalde gab es keine gepflasterten Straßen. Das Lokal „Zur Glatten Landung“ ist offensichtlich eine Militärunterkunft, eventuell in Flandern wo Herr Ihme seinen Fronteinsatz mit der Jasta 57 hatte, hierher passt auch das verschnörkelte Vordach. Den Kranz an der rechten Ecke hat wohl ein Soldat zur Erinnerung an seine Heimat angebracht. Am Steuer des Cabrio Carl Ihme, ein winterlicher Ausflug in die Umgebung. (Aufschrift auf der Kühlerhaube "Fliegerschule Elbing")


Das untere Bild entstand vermutlich Weihnachten 1918. Die ernsten Gesichter lassen die Ungewißheit über die Zukunft kurz nach Kriegsende erkennen. Der Zweite von rechts unten sitzend ist Carl Ihme.


Nach Kriegsende war Carl Ihme bei der Demontagetruppe vom Auflösung- Kommando, wo ihm seine Kenntnisse als Architekt bestimmt von Nutzen waren. Es wurden die Flugzeuge zerstört sowie zwei Hallen am Flugplatzende demontiert und vorne zwischen den anderen Hallen dazwischengebaut. Damit war die Zufahrt zum Rollfeld verbaut. Bei den anderen Hallen wurden die großen Tore ausgebaut und die Öffnungen zugemauert.
Diese Hallen wurden an die Fa. Komnik vermietet. Durch diese kluge Mitplanung von Herrn Komnik war später der Start für den Nachkriegs-Flugverkehr mit Schulbetrieb wesentlich einfacher zu entfalten. Unten die zerstörten Hallen mit fünf Herren, vielleicht Kontrolleure der Abbruch- Kommission.

Zerstörte Hallen und Flugzeuge



Eine JU 88 auf dem Elbinger Flugplatz