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Nachdem nun auch polnische Leser ein Interesse an der Fortsetzung der Elbinger Flugplatz-Geschichte zeigen, wird dieser Bericht fortgesetzt. Der folgende Artikel und die Bilder sollen das Geschehene im Dritten Reich nicht verherrlichen, aber die Geschichte, so schmerzlich es auch ist, soll man nicht verschweigen. Mögen diese Aufzeichnungen als Mahnung unserer Jugend dienen und sie anspornen unsere Welt ein klein wenig besser zu machen. Ich habe den Einmarsch der Russen als Kind in Danzig selbst erlebt und dann bis 1947 in Elbing gelebt bis zu unserer Ausweisung.

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Anfang der dreißiger Jahre waren einige Hallen an die Segelflieger vermietet. Bekannt ist da noch Herr Hellbusch. Aber auch Sportflieger mit ihren Flugzeugen HS123 und Fieseler Storch waren dort vertreten. Beliebt waren Kunstflug- Veranstaltungen, besonders wenn Udet am Start war, dann war ganz Elbing auf den Beinen. Udet flog in Rückenlage tief über den Platz und ergriff mit einer Hand aus der Maschine ein Tuch, das an einer im Boden steckender Stange hing.
Auch Rundflüge hat es in Eichwalde gegeben. Vor dem Krieg marschierten viele Schüler, denen die Eltern einen Rundflug spendiert hatten, mit ihren Lehrern zum Flugplatz. Eine Ju 52 startete ununterbrochen. Trotzdem mussten die Jungen lange warten, bis sie in der Maschine waren; denn der Andrang war erstaunlich groß. Im Flugzeug wurden die „Helden“ immer stiller und mit blassen Gesichtern stiegen dann die meisten nach der Landung wieder aus. Solch ein Rundflug war damals ein gewaltiges Erlebnis. Leider hatten die meisten aber nicht viel gesehen; es waren nur wenige kleine Fenster. Viele mussten im Flugzeug stehen und hielten sich an der Decke an Lederschlaufen, ähnlich wie in der Straßenbahn, fest. Alle waren froh, nach dem Rumpeln der auslaufenden Maschine auf dem Rasen wieder festen Rasen unter den Füßen zu haben.
In den Jahren 1932 / 34 war auch eine Abteilung des Freiwilligen Arbeitsdienstes auf dem Flugplatz untergebracht.
Vor der Machtübernahme kam Hitler zweimal nach Elbing um in einer der Komnickhallen eine Wahlversammlung abzuhalten. Beim ersten mal ging alles glatt. Bei der zweiten Landung war die Ju 52 zu weit südlich gelandet und versank in dem nassen Boden. Hitler musste mit seinem Stab zu Fuß gehen. Für diese Wahlveranstaltungen in den leeren Hallen hatte man extra aus den nahe gelegenen Gaststätten sämtliche Stühle requiriert.


Da die Maschine bis zum Abend wieder startklar sein musste, wurde die Feuerwehr alarmiert. Sie konnte auch nicht bis zum Flugzeug fahren, da der Boden sumpfig war. Pfähle wurden eingerammt und man versuchte, die Ju 52 mit Winden wieder flott zu machen. Die Pfähle brachen, aber die Maschine rührte sich nicht vom Fleck. Da trat Herr Gosch auf den Plan. Die Trossen wurden links und rechts an der Maschine befestigt. An jedes Seil kamen 50 Mann. Der Rest verteilte sich am Schwanzende zum Schieben. Unter die Räder wurden immer neue Bohlen gelegt, damit die Ju nicht weiter versinken konnte. Auf diese Weise wurde die Maschine wieder für den Start klar gemacht.
Die Vorarbeiten zur Aufstellung der neuen Wehrmacht begannen bereits 1933. Als erste Einheit zog Ende 1934 das AR 21 in die Baracken an der Schliefenallee ein. Da die Kasernen noch nicht bezugsfertig waren, wurden die Pferde in zwei leeren Fliegerhallen untergebracht.
1935 wurde unser Flugplatz wieder Militärflugplatz. Zuerst kamen die Handwerker und bauten die Flugzeughallen wieder um. Alle Gebäude wurden gründlich renoviert. Wieder zog eine Flugzeugführerschule in den neuen Horst ein. Es waren A und B Schulen, der Ausbildungsleiter war damals Major Hartmann. Die jetzt stationierten Schulmaschinen waren moderner, auch gab es nicht mehr so viele Abstürze wie im ersten Weltkrieg. Es wurde auf dem Tiefdecker Bücker, Bü 181 geschult, hier saßen Lehrer und Schüler nebeneinander in der Maschine. Zum Flugplatz gehörte auch ein Landwirtschaftsleiter, Herr Hölscher. Stationiert wurden eine Wirtschaftskompanie, eine Luftnachrichtenkompanie, eine Überführungskompanie, eine Instandsetzungskompanie sowie Sanitäts- und Verwaltungseinheiten. Auch das Geschwader Richthofen, Me 109, mit Mölders war einige Zeit in Elbing, sowie Max Schmeling als Fallschimspringer. In den Elbinger Zeitungen war Max Schmeling in Uniform abgebildet. 
Ferner wurden in Eichwalde und an der Fliegerstraße eine Wache eingerichtet. Zum Flughafenbereich 2/1 Elbing gehörte auch die Villa in Eichwalde, die gegenüber der Polizeiwache stand. In ihr wohnte der Flughafenbereichs- Kommandant, Oberst Lüders. Flughafenkommandant im Krieg war Hauptmann Ewald Kusch. In der Villa wohnte auch Amtmann Kuhn. Am Eichwalder Weg war eine Funkleitstelle die auf einem Funkleitstrahl die Maschinen auf das Flugfeld einweisen konnte, Radar war damals noch nicht im Einsatz. Es gab auch noch keine betonierte Startbahn, es wurde auf der Grasnarbe gestartet und gelandet. Der Eichwalder Flugplatz war wegen der feuchten Wiesen oft im Nebel verschwunden, aus diesem Grund rasten mehrere Stukas auf einmal bei Preußisch Mark in den Wald, auch eine Me 111 mußte in der Nähe der Molkerei Penner wegen Nebel notlanden und kam dicht vor einer Hauswand zum stehen. 
Im Sommer 1935 besuchte Hitler mit einer Ju 52 noch einmal Elbing und besichtigte die neue Erich Koch-Siedlung. Ein besonderes Ereignes erlebten die Bewohner des nahen Flugplatzes 1936. Am Himmel war ein starkes Grollen zu hören. Plötzlich fielen aus großer Höhe unter sirenenhaftem Heulen sechs Flugzeuge vom Himmel und stürzten fast senkrecht (90 Grad) auf die Erde, rasten über die Hallen hinweg und waren verschwunden. Am nächsten Tag erzählten die Soldaten, es wären die "Neuen Stukas" (Sturzkampfbomber) gewesen.
Ende der dreißiger Jahre wurde der Flugbetrieb immer stärker. Ständig starteten und landeten Maschinen. Im Sommer 1939 begannen auf dem Flugplatz die Vorbereitungen für den Krieg gegen Polen. Im Süden des Flugfeldes wurden riesige Mengen Munition und Bomben gestapelt und mit Zeltplanen abgedeckt. Um den 25. August landeten ganze Schwärme von Flugzeugen auf dem Horst, aber nichts rührte sich, die Maschinen flogen wieder ab.
Am 30. August waren die Maschinen wieder da. Es waren noch mehr, nahezu 200. In der Nacht zum 1. September hörten die Flugplatzanwohner ein starkes Dröhnen. Die Maschinen liefen warm und als sich der Nebel gelichtet hatte, startete eine Staffel nach der anderen. Von unserem Flugplatz Eichwalde wurde auch der erste Stuka-Angriff des Zweiten Weltkrieges gestartet. Bereits im Morgengrauen um 4:30 Uhr war die Staffel des Oberleutnants Dilley vom Stuka-Geschwader I Insterburg zu einem Sonderauftrag zur Dirschauer Eisenbahnbrücke unterwegs mit dem Ziel, die Zündleitungen zum Sprengen der Brücke durch Bomben zu vernichten. Der Auftrag war erfolgreich. Die Polen konnten aber die zerfetzten Zündleitungen flicken und die Brücken sprengen. Viele Maschinen kamen mit Einschüssen in den Tragflächen zurück.

Dazu ein weiterer Beitrag aus einer anderen Quelle:

Mitte 1939 wurden in Berlin-Tempelhof durchschnittlich 60 Stukas im Monat gebaut. Drei Maschinen der Serie B-1 flogen den ersten Kampfeinsatz des Zweiten Weltkrieges am 1. September 1939: Sie starteten um 4.26 Uhr in Elbing und zerstörten um 4.34 die Zugänge zur Dirschauer Brücke über die Wisla, elf Minuten vor Hitlers offizieller Kriegserklärung an Polen. Während dieses Blitzkrieges gegen Polen zerstörten Stukas vom Typ Ju-87-B1 alle polnischen Kriegsschiffe bis auf zwei, belegten polnische Infanterie, die sich nur 100m entfernt von den heranrückenden deutschen Linien befanden, wiederum mit schwerem Feuer, und bei einem besonders harten Einsatz in der Nähe des Bahnhofs Piotrkow wurde eine polnische Infanteriedivision fast vollständig aufgerieben.




Oben die Ju 87, die frühe B 1. Unten die Ju 87 D-5 ab mitte 1944 in Bulgarien gegen Partisanen eingesetzt, mit schwarz-weißem Kreuz. Der Pilot und der Funker saßen Rücken an Rücken. Der Funker konnte nach hinten mit einem Maschinengewehr verteidigen.
Parallel dazu fuhr ein als Güterzug getarnter Panzerzug über die Brücken nach Dirschau, um die im Bahnhof befindlichen Sprenganlagen für die Brücken zu zerstören. An der Grenze wurde nach den erforderlichen Papieren gefragt, das wurde aber ignoriert und die Sperre durchbrochen, aber das Vorhaben scheiterte an dem Widerstand der polnischen Grenzbeamten und dem polnischen Militär.

Berichtigung: Arbeiter leiteten diesen Zug auf ein Nebengleis, damit konnte dieser Zug mit seiner Besatzung nicht eingreifen. Alle Beteiligten wurden erschossen, eine Gedenktafel erinnert an diesen Versuch, einiger besonnener Leute, diesen Wahnsinn zu stoppen

 Auf dem Flugplatz herrschte immer lebhafterer Betrieb. Überall wurden zusätzliche Baracken aufgestellt, auch außerhalb des Platzes in der Fliegerstraße. Auf dem Platz war das Luft-Ausbildungs-Regiment 33 stationiert. Auch wurde der südliche Teil des Platzes durch Drainagerohre entwässert.
Anfang Oktober überflogen aus Richtung Nehrung ca. 100 amerikanische Bomber unsere Heimatstadt ohne angegriffen zu werden. Ihr Ziel war der Flugplatz Königsdorf bei Marienburg. Dort luden sie ihre Bomben über den Montagehallen der Messerschmitt-Werke ab und zerstörten sie restlos. Nun wurden alle Handwerker dienstverpflichtet, um die Schäden zu beseitigen. Als im April 1944 alles wieder aufgebaut war, erschienen die Bomber wieder und warfen erneut alles in Schutt und Asche.
Als die Russen im Oktober 1944 in Ostpreußen eingebrochen waren, wurde der Flugbetrieb immer stärker. Viele Verbände mussten zurück verlegt werden. Am 24. Januar 1945 kam der Befehl, den Flugplatz Eichwalde zu räumen, die Leitung hatte Major Schnell. Einen Teil der Kommandantur verlegte man in den Seefliegerhorst Nest bei Köslin in Pommern.
Während der Kämpfe um Elbing haben mehrere Häuser von Eichwalde Granattreffer erhalten. Die Villa des Flugplatzkommandanten und die Polizeiwache stehen heute nicht mehr.
Diese Berichte stammen teilweise von Herrn Gerhard Gommel, der von den Herren Hennig, Gerke, Gosch, Block und Fritz beraten und unterstützt wurde.

Anflug auf den Elbinger Flugplatz in Eichwalde, auf der hellen Wiesenfläche hielt der Papst seinen GottesdienstDie Zufahrt zu dem Privat-Flugplatzalte Maschinen vor dem Hangar
möchte meine Ilse etwa fliegen ?
Auf diesem Flugplatz war unser unvergessener Karlchen Richter zu Hause, unzählige male ist er hier gestartet und gelandet. Seine Luftaufnahmen, die er mir zur freien Verfügung stellte, findet man in verschiedenen Seiten meiner Homepage. Wir werden Karlchen,ein wahrer Hühne von Mann, und auch den Ritterschüler nicht vergessen !!!