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eigentlich wollte ich in diesem Jahr nicht mehr verreisen, aber mein Freund Hans Preuß hatte sich kurzfristig entschlossen nach Elbing zu fahren und von diesem Virus muss ich etwas abbekommen haben. Schnell die neuen grünen Versicherungskarten besorgt, mit dem Hund zum Amtstierarzt wegen der Tollwutbescheinigung, den Wohnwagen voll geladen und ab ging es in Richtung Elbing. Am ersten Tag nur Autobahn von München bis zum Berliner Ring, dann auf die A1 bis Seelow und links weg nach Zechin. Auf diesem Campingplatz hat sich in den letzten drei Jahren nichts verändert, die Übernachtung für zwei Personen, ein Hund, Auto, Wohnwagen und Strom kostet 19 €. Am nächsten morgen schnell gefrühstückt, einräumen und weiter geht es die 16 Kilometer bis zum Grenzübergang Küstrin. Von Zechin bis zur Grenze ist ein starkes Gewitter und ein Wolkenbruch, an der Grenze glaubten wir schon wir stehen mitten in der Oder. Nach der Grenze läßt der Regen nach und bald scheint die Sonne. Die Straßen sind am frühen Morgen fast leer und ich kann zügig fahren, von Küstrin bis Elbing sind es ca. 450 Kilometer, bei Tempo 80 mit den vielen Ortsdurchfahrten ca. acht Std. Fahrzeit. Es ist Donnerstag der 24. Juli und wir sind erst am Freitag in Elbing angemeldet, aber als wir eintreffen ist schon ein schöner Platz am Elbingfluß unter hohen Weiden mit einer Schneise zum Satelliten-Empfang für uns reserviert. Der Wohnwagen wird Fernsehgerecht eingeparkt und aufgebockt, die Fernseh-Einrichtung montiert, Gas- Strom und Wasser-Anschlüsse hergestellt und dann ist Feierabend bei einer Flasche Münchner Bier.

Am nächsten Morgen kommen die Feinarbeiten, das Vorzelt mit allem drum und dran aufbauen und alle Stauräume ausladen und in die Schränke einräumen, da für brauchen wir fast den ganzen Tag. Am Spät- Nachmittag der erste Bummel zum Proviant einkaufen und ein Essen in der Pizzeria. Als wir zum Camping-Platzkommen sitzt Hans Preuß im Vorzelt mit einigen Flaschen Elbinger Bier. Hans wollte uns bei unserer Ankunft mit dem Bier überraschen aber ich hatte ihn mit meiner um einen Tag zu frühen Anreise ausgetrickst, umso besser hat es uns geschmeckt.

Am Samstag fahren meine Ilse, Hans Preuß und ich einschließlich unserer Maxi (Cockerspaniel-Hündin) oben unter dem Sonnenschirm auf der Liege, erstmal über die Speicherinsel und dann über die neue Elbing- Brücke zur Pangritz- Kolonie.



Durch die Pangritzstraße vorbei an Bastians Haus, in dem meine Eltern früher eine Wohnung hatten, dann vor der Adalbert- Kirche rechts rein in die Adalbertkirchstr. mit kurzem Stopp vor dem evangelischem Gemeindehaus in dem ich geboren wurde. Weiter geht es bis zum Rodelandsweg und wir stehen vor Elbings neusten und größten Kaufhaus.


Nach dem Kaufhaus biegen wir in die Tolkemiter Chaussee ein und fahren an den ehemaligen Gütern Freiwalde, Roland, Stolzenhof, Drewshof, Neu Eichfelde, Neu Schönwalde durch die Eggerswüsten bis zum früheren Hirschkrug, gleich dahinter liegt Dörbeck. Der Hirschkrug gehörte Heinrich Haese, verheiratet mit Minna, geb. Fitkau aus Pomerendorf. 1920 gab H. Haese (auch verwandt mit Pfarrer Haese) den Krug auf und war auf diesem Grundstück nur noch Landwirt.

Den Hirschkrug hatten die Verwandten von Hans Preuß (über seine Oma) und hier hat er in seiner Jugend manchen Tag verbracht. Wir können das Haus leider nur von außen sehen und fotografieren dann fahren wir weiter nach Lenzen und Cadinen. Cadinen ist unser eigentliches Ziel, besser gesagt das Kloster oberhalb von Cadinen. Es geht eine ausgewaschene, steile Straße durch einen alten Wald mit sehr alten Eichen vorbei am Kapellen- Berg zur ehemaligen Kloster- Ruine die ein Mönch seit Jahren aufbaut.

Oben ein Plan wie das Kloster einmal ausgesehen hat. Jetzt steht nur der Querbau und das Kirchenschiff ohne die Dachreiter. In dem  Innenhof steht ein Kreuz mit einem Schwein, und in einer der Wandnischen der äußeren Kirchenmauer steht einmal und in der anderen liegt der heilige Antonius.

Im Innern ist gegenüber dem Kircheneingang ein Standbild des heiligen Antonius und unten neben seinem linken Fuß schaut ein Schwein unter seiner Kutte hervor. Die Kirche wurde dem hl. Antonius, Patriarch der Franziskaner geweiht, im Rheinland um Köln wird er Scherzhafterweise Ferkel-Tünnes genannt, nicht zu verwechseln mit dem hl. Antonius von Padua. Die Attribute des hl. Antonius, die von den Antonitern herzuleiten sind, sind das Schwein, ein Glöckchen und das Antonius- Kreuz, an dem der obere aufrechte Stab fehlt. Forscher glauben bei dem Bischofstab des hl. Antonius handelt es sich nicht um ein Kreuz sondern um eine Krücke, denn er und seine Brüder hatten sich der Krankenpflege verschrieben, besonders  der im Mittelalter grassierenden Krankheit Ergotismus (Antoniusfeuer)ausgelöst durch Teile im Mutterkorn (Mutterkornvergiftung). Angeblich wurden die Schweine zu medizinischen Zwecken gebraucht und für die Betreuung der Kranken durften die Schweine, gekennzeichnet mit einem Glöckchen am Hals, umsonst auf den Gemeindewiesen weiden.

An der Giebelseite steht noch das Baugerüst und Hans Preuß als Maßstab damit man das gewaltige Gebäude besser einschätzen kann.

Nach dieser lehrreichen Besichtigung fahren wir durch das Dorf Cadinen vorbei an dem Gasthaus, der Dorfschule die neu erbaut wurde, weiter zur Kaiserlichen Ziegelei direkt an den Gleisen des Kaiserlichen Bahnsteiges. In der Ziegelei wird wieder produziert. Weiter fahren wir nach Succase, aber wie sehr staunen wir, als auf dem Aussichtspunkt hoch über dem Haff die große Informationstafel samt Aussichtsplattform und Kiosk verschwunden ist. Ein Privatmann hat dieses Gelände gekauft aber keiner weiß was weiter passiert.

Durch Succase durch fahren wir nach Reimannsfelde (Nadbreze). Lass uns mal sehen, ob es auf der Straße zum Ziegeleihafen noch immer so stuckert, sagte ich zu meinem Freund Hans ohne das ängstliche Gesicht meiner Ilse wahrzunehmen. Früher fuhr mein Papa von der Pangritz- Kolonie hin und wieder zum Segeln nach Reimannsfelde und ich durfte vorne auf dem Fahrrad mitfahren, am Hafen angekommen hatte das Katzenkopf- Pflaster meinen Hintern zermürbt. An dieser Straße hat sich nichts geändert, aber zu unserem Erstaunen der alte Hafen. Ein wunderbarer, sauberer Campingplatz mit Bar und kleinem Restaurant sowie kleinen Häusern für 20 € pro Tag zu mieten, mit vier Schlafplätzen, hat ein junger Mann aufgebaut, nur mit den Duschen hapert es noch. (Siehe auch den Bericht über Reimannsfelde in "Elbing 2006")

Nach dieser neuen Bekanntschaft fahren wir in die Stadt zum „Roten Hahn“ in der Heilige- Geist- Str., ein Restaurant in dem es eine deutsche Speisekarte gibt, in dem deutsch gekocht und gesprochen wird. Empfehlenswert: Kotelett paniert (bei uns Schnitzel) mit Speckkartoffel. Dieses Essen kostet 9,5 Zloty bei einem Wechselkurs: ein € = 4,31 Zl. gerade mal 2,20 €. Kaum haben wir den ersten Bissen runter, ich trau meinen Augen nicht, kommen unsere Freunde Heidi und Kurti Büttner, geboren in Terranova, die Straße entlang spaziert. Es trifft sich heute anscheinend wieder alles in Elbing. Kurti hatte geschäftlich bei Warschau etwas zu erledigen und daraus einen zwei Tage Elbing- Urlaub gemacht. Wir waren drei Jahre nicht mehr in Elbing und in dieser Zeit hat sich viel verändert. So gibt es in der Heilige- Geist- Str. nicht mehr das Fischrestaurant und auch der kleine Kellerladen in dieser Straße mit den guten Brötchen hat einer Kellerbar weichen müssen. Die Nahrungsmittel in Elbing sind wenigstens um die Hälfte billiger.

Die Heilige- Geist- Str. früher und heute, links das dritte Haus das Lokal zum Münzmeister in dem Münzmeisterhaus, das Bild daneben, das Haus mit den Sonnenschirmen ist heute wieder ein Lokal, dahinter der "Rote Hahn" Am Montag brachten wir Hans Preuß zum Bahnhof, sein Urlaub war zu Ende.
Der bei der Verabschiedung anwesende Vizedirektor von Schichau, Herr Jerzy Wojewski und ich verabredeten uns zum Dienstag zu einem gemeinsamen Museums- Besuch und einem Treffen mit dem Direktor mgr. Arbat. Bei dieser Gelegenheit erhielten wir eine Einladung für den nächsten Abend zur Eröffnung der neuen Abteilung "Die Barbaren" Es werden Ausgrabungen aus dem Weichseldelta aus sechs Jahrhunderten der Barbaren gezeigt.