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Die Dörbeker Kirche Federzeichnung Max Kluttke

Dörbeck
Wie jedes Jahr, so stand auch 2004 ein Besuch in Dörbeck an. In der alten Kirche auf der Empore steht das legendäre Davids-Gestühl, und das wollte ich fotografieren. Doch zunächst etwas über die Geschichte von Dörbeck, einem Ort auf der Elbinger Höhe.


Nachdem die Preußen durch viele Gefechte geschwächt und durch den Orden befriedigt waren, wurden zwischen 1285 und 1308 auf der freigewordenen Elbinger Höhe viele Ortschaften geschaffen. Dörbeck wird erstmals um 1300 erwähnt,  der Komtur Conrad von Lichtenhain gestattet die Errichtung einer Mühle in Dörbeck. Am 22. Februar 1347 fasste der Komtur Alexander von Kornre die Dörfer Rehberg, Dörbeck, Lenzen, Klein- und Groß- Steinort zu einer Mühlengemeinschaft zusammen (Bannmeile), 1457 trat diese der Elbinger Stadtfreiheit bei. Ortulf von Trier erneuerte 1357 die Handfeste vom abgebrannten Dörbeck.

Im Altarraum der Dörbecker Kirche steht auf der linken Seite das Gestühl der Dörbecker Bauern und rechts das Elbinger Ratsherrengestühl. Auf der Empore steht das Davidsgestühl, aber leider ist der Zugang verschlossen und den Schlüssel hat der Pfarrer in Lenzen.
Da konnte mir der Jäger und Kirchenbetreuer Edward Jaremczuk, der gleich links neben der Kirche wohnt, nicht weiterhelfen. Dafür fuhr Edward mit uns in seinem alten Geländegängigen Opel quer durch Wiesen und Wald zur Grenzeiche, dieser Baum hat einen Umfang von 8 Meter und ist noch voll im Saft.


Das Haus von Edward Jaremczek, er vermietet
auch Zimmer und zeigt seinen Gästen Dörbeck
und Umgebung, auch ein Pirschgang ist möglich.
Rechts ein altes Vorlaubenhaus. Unten links, ein Blick in Richtung Elbing und quer durch die Wiesen zur tausendjährigen Dörbecker Grenzeiche

Doch zurück zur Dörbecker Kirche: vor dem Kircheneingang liegt quer in voller Breite eine Grabstätte, beziehungsweise eine alte Grabplatte. In diesem Grab liegt der geköpfte Graf von Struensee. Die Angehörigen hatten den Leichnam von den Dänen erworben und vor dem Kircheeingang beigesetzt, damit jeder der die Kirche betritt auf diesen unwürdigen darauf rumtrampelt. Das tun aber nur Fremde und unwissende, die einheimischen zwängen sich an den Seiten vorbei.


Ob in diesem Grab wirklich Graf Johann Friedrich von Struensee begraben liegt ist zweifelhaft. In der Sankt-Petri Grabkapelle in Kopenhagen ist auch ein Grab von Struensee. Siehe  http://www.sankt-petri.dk/. Hier wird behauptet: Die sterblichen Überreste, soweit man sie zusammentragen konnte, wurden mehrmals auf verschiedenen Friedhöfen umgebettet. Erst um 1920 wurden sie endgültig in den St. Petri Grabkapellen in diese Gruft gebracht.
Graf Johann Friedrich von Struensee (1737 – 1772) war eigentlich ein Armendoktor aus Hamburg – Altona, der sich als einer der ersten für die allgemeine Pockenimpfung eingesetzt hatte, bevor er zum Leibarzt des als schwachsinnig geltenden dänischen Königs Christian VII. berufen wurde. Innerhalb kurzer Zeit stieg Struensee trotz vieler Anfeindungen zum engsten Berater des Königs auf. Er versuchte durch zahlreiche Reformen, ein neues gerechtes und humanes Dänemark zu schaffen. Doch der Adel am Hof in Kopenhagen, der sich entmachtet sah, ruhte nicht, bevor man Anklage gegen den Leibarzt erheben konnte. Von Verrat war die Rede, von Ehebruch mit der Königin. Am 28. April 1772 wurde Struensee aufs Rad gebunden, gevierteilt und geköpft.
Die Geschichte des Dr. Struensee, Sohn eines Pfarrers aus Hamburg Altona, schrieb Paul Barz als Theaterstück und auch als Taschenroman „Der Leibarzt des Königs. Die Geschichte des Dr. Struensee.“  ISBN: 3-7466-1825-8. Ein weiteres Buch erschien 1985 im Ernst Kabel Verlag „Doktor Struensee“. Im Schloss Rosenborg in Kopenhagen hängt ein Gemälde auf dem Dr. Struensee abgebildet ist.

Die Familie Struensee.

Im Institut Deutsche Adelsforschung  werden die v. Struensee im 17. und 18. Jh. Als Dänisch – Norwegische Offiziere erwähnt, danach im 18. – 19. Jh. Als preuß. Familie.
bekannt sind folgende Daten:
Adam Struensee (1708-1791) Kgl. dän. Gen.-Superintendent und Oberkonsistorialrat.
verheiratet mit Maria Dorothea (1716-1792), geb. Karl.
Diese Eheleute hatten drei Kinder:
Carl August Struensee (von Carlsbach) * 18.08.1735 in Halle, + 17.10 1804 in Berlin,  Minister beim Generaldirektorium
Johann Friedrich Struensee, * 5.08.1737 in Halle, + 28.04.1772 in Kopenhagen, Arzt und Staatsmann in Dänemark
Gotthilf Christoph Struensee,*1752 in Halle, +1808,Bankdirektor in Elbing
Die Familie von Struensee ist eng mit unserer Heimat verwurzelt. Carl August  von Struensee war Elbinger Bankdirektor und später Staatsminister.  
Sein Bruder Gotthilf Christoph von Struensee, Bankdirektor, war Besitzer von Cadinen, das er von der Witwe des Bankiers Ignatz Anton Matty kauft. 1814 wird der Besitz an Daniel Birkner verkauft. Er war auch Besitzer des Anwesens Nr. 2 am Friedrich-Wilhelm-Platz, in dem heute das Postamt ist. Im Jahre 1831 wurde das Haus mit Grund an die Post verkauft. Das heutige  rote Postgebäude wurde erst später, 1883 auf zwei Grundstücken erbaut, und zwar auf Friedrich- Wilhelm-Platz 1 und zwei wozu später noch das Grundstück Nr. drei vom Bankier Levin Samuel Hirsch genommen wurde. 1805 übernahm Gotthilf Christoph von Struensee die „Roggen Holzhöfe und Weedaschfabrik“ zwei (im Rahmen 1202) in der „Großen Lastadiestraße Nr. 8, es waren Holzhöfe, die 1782 der Commissionsrath Joh. Römer angelegt hatte und die der Schutzjude Moses Simon 1800 gekauft hatte. 1820 wurden diese Holzhöfe an den Kaufmann und Stadtrat Johann Friedrich Rogge verkauft.
Um 1830 waren in den „Besitzverhältnissen der Freyen Bürgerhöfe“ folgend Struensee’s vermerkt:
Alt – Eichfelde : Johann Ferdinand von Struensee und Ökonom Friedrich Reinhard Alsen.
Alt – Schönwalde (oder Goyershof) : Ökonom Johann Ferdinand von Struensee.

unten Dörbeker Trachten.



Lieber Leser, wenn Sie noch weitere Trachten aus dem Elbinger Raum kennen, bezw. davon ein Bild haben, ich würde diese Abbildungen auf dieser Seite gerne veröffentlichen.