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Zu einer Stadtgründung gehörten im Mittelalter zwei wichtige Dinge, erstens die Stadtfarben und zweitens ein Stadtwappen. Diese Farben und das Wappen dienten zur Unterscheidung der Zugehörigkeit der Bewohner und Ritter oder Soldaten sowie der Besatzung von Schiffen  der jeweiligen Länder und Städte. Die Siedler und Begründer von Elbing nahmen natürlich die Stadtfarben ihrer Mutterstadt Lübeck Rot und Weiß und das Stadtwappen enthielt das Kreuz der Ordensritter als Landesherren. Zum Beurkunden und der Beglaubigung von Urkunden wurde weiter ein Stadtsiegel benötigt. 

1. Elbinger Original-SiegelRückseite mit Öse4. Elbinger Original-Siegel

Diese Originale liegen im Danziger Museum. Das erste Siegel Elbings zeigte eine Kogge mit beweglichem Achterruder, eine neue Erfindung um 1237, sowie ein Ordenskreuz, dieses Siegel von 84 mm Durchmesser als Platte mit Öse war ein so genanntes Schiffssiegel und typisch für eine Stadt an der Nord- und Ostseeküste (Das obenstehende Foto ist vom ersten Elbinger Original-Siegel aus Bronze, im Danziger Museum. Es werden von diesem Original manchmal vier mm kleinere Kopien aus Blei angeboten, als Belegstück bedingt geeignet). Gesiegelt wurde in grünem, braunem oder schwarzem Wachs. Rotes Wachs war dem König und den Fürsten vorbehalten, Städte durften das rote Wachs nur mit Erlaubnis der Landesherren benutzen. Die Erlaubnis Rot zu siegeln erhielt die Stadt Elbing am 6. Dezember 1576  vom polnischen König Stephan Bathory verliehen. Die Stadtsiegel wurden im Laufe der Zeit mehrfach verändert, ich konnte 31 verschiedene Stadtsiegel und Stempel ermitteln, die von 1237 bis 1944 von der Stadt Elbing verwendet wurden. Von dem Schiffssiegel sind vier verschiedene sowie ein kleineres Sekretsiegel bekannt. Die ersten Siegel hatten nur ein Kreuz und auch die erste Wappenabbildung auf dem Elbinger Vogtsiegel zeigt nur ein Kreuz, die ersten Doppelkreuze sind auf dem vierten Schiffssiegel von 1350 zu erkennen.


Nach den Stadtfarben, dem Wappen und einem eigenen Siegel war es ein besonderes Privileg für eine Stadt eigene Münzen zu schlagen. Das Münzrecht wurde auch nur vom König oder Landesherren verliehen. Elbing hatte dieses Recht nicht, aber in dem Elbinger Ordensschloss (bis 1274, der Erbauung der Marienburg, Hauptsitz der Hochmeister) wurden die Ordensmünzen geschlagen und die Stadt hat später stillschweigend diese Tätigkeit übernommen. Die ersten Elbinger Münzen als Schillinge (oben) mit zwei Kreuzen übereinander wurden ab ca. 1427 geschlagen. Die schräge Schraffur im unteren Feld bedeutet kein Netz sondern die Farbe "Rot"


Einschließlich der Ordensmünzen konnte ich für die Zeit von 1237 bis 1763 (Ende der Elbinger Münzprägung) 603 verschiedene Münzen ermitteln, siehe mein Münzbuch im Büchershop. Das Münzrecht wurde der Stadt Elbing 1454, während des 13 jährigen Krieges zwischen Polen und dem Deutschen Orden, vom polnischen König Kasimir IV. Jagiello verliehen. 1454 hatten sich die preußischen Städte vom Orden losgesagt und den polnischen König als Schutzpatron gewählt.


So wie im Mittelalter die Farben für die Bekleidung strengen Regeln unterlag, rot für den König, lila für die Kirchenoberhäupter und auch die Farben für das Siegelrecht, so galten auch besondere Regeln für das Wappenrecht. Das Elbinger Wappen in der heutigen Form mit dem goldenen Fischernetz wäre nicht möglich gewesen. Die ältesten erhaltenen, farbigen Wiedergaben des Elbinger Wappens sind im Erdbuch von 1417 und im Wiesenbuch von 1421 belegt. Zwischen 1554 und 1630 ist die irrige Meinung entstanden, der untere Teil des Elbinger Wappens ist von einem Netz überspannt, bis dahin sind alle farbigen Wappenabbildungen ohne das Netz zu sehen. Das Elbinger Fischernetz ist wohl auf die Abbildung des Elbinger Wappens auf den Münzen und Medaillen zurückzuführen. Auf Münzen und Medaillen konnte man Farben nur durch gestrichelte oder schraffierte Flächen darstellen und für Rot war eine schräg schraffierte Fläche üblich. Heraldisch ist das Netz im Wappen eine unmögliche Darstellung aber durch die lange amtliche Geltung ist das Netz im Wappen in der heutigen Form ein rechtlich zugehöriger Bestandteil.