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Mein Herrchen hat so viel um die Ohren, da kommt er nicht dazu seinen längst fälligen Reisebericht zu schreiben, na ja Rentner haben nie Zeit, darum werde ich ein paar Zeilen schreiben.
Die Zeit vor der Abfahrt war schon sehr aufregend, da wurde eingepackt, wieder aussortiert und neu gepackt. Auch meine rollende Hundehütte musste zum TÜV, natürlich erst in letzter Minute und das Malheur war perfekt. Der Onkel vom TÜV entdeckte eine verbogene Radaufhängung, und das am Mittwochmittag, Donnerstag war ein Feiertag, was nun? Ein freundlicher Italiener hinter uns wusste einen noch freundlicheren Automechaniker der diesen kleinen Schaden reparierte. Wir bekamen unsere Plakette und am nächsten Morgen ging es auf die Autobahn.
Mein Herrchen hatte von seinem Landsmann Willi Hinz den Tipp, doch über Stettin zu fahren, und so ging es in einem Rutsch bis nach Storkow, ca. 6 km vor der polnischen Grenze. Wir landeten auf einem herrlichen Campingplatz, ein mit Kiefern bestandener Hügel direkt an einem See. Nach dem Aufstellen von meiner Behausung nahm ich mein Änhängsel an die lange Leine und erkundete erst mal die Umgebung. Eine Menge Arbeit, all die vielen mächtigen Baumstämme zu beschnüffeln, aber was war das? Mir sträubten sich alle Haare und dann musste ich laut schimpfen, lief doch da so etwas ähnliches schwarz-braun-weißes auf vier Beinen in meiner Größe über den Waldboden, auch an langer Leine. Bei näherer Betrachtung musste ich feststellen: da führt doch so ein irregeleiteter Mensch ein Mini-Schwein spazieren, so eine Sauerei und da soll man sich nicht aufregen? Na „SUUM CUIQUE“ auf deutsch: „jedem das seine“. Mein Herrchen mag diesen in Verruf geratenen Spruch gar nicht, seit dem er diesen über dem Eingangstor eines KZ gesehen hat. Mit diesem Spruch wurden die armen Häftlinge empfangen.
Am nächsten morgen wurde schnell zusammengeräumt, ein letztes Gassi am See und dann habe ich am nahen Waldrand meine Geschäftle erledigt. Die Fahrt über die Grenze und auch durch das "Problembelastete Landsberg" verlief schnell und reibungslos. Nach drei Stunden die nächste Rast auf einem schönen Platz ca. 200 Kilometer vor Elbing. Diesen Platz liebe ich ganz besonders, an jeder Ecke riecht es anders und da gibt es sehr gut schmeckende Bratwurst mit Semmel. Ich hatte schon nasse und runde Augen und sah mein Herrchen mitleiderregend an, aber dem scheint diese Delikatesse auch zu schmecken. Eine große Portion davon wurde gekauft die wir drei gemeinsam teilten, die eine Hälfte teilte mein Herrchen mit mir und die andere Hälfte teilte ich mit meinem Frauchen. In meinem jungen Leben war ich jetzt das dritte Mal an dieser Raststätte, aber solche Orte vergesse ich nicht. Weiter ging es über die Weichsel und durch Marienburg und dann war endlich der Campingplatz in Elbing erreicht. Das war eine Begrüßung, ich wurde gestreichelt und gehätschelt als wenn ich diejenige bin, die am Ende alles bezahlt und die Trinkgelder verteilt. Na ja, meine Leute waren die nächsten zwei Tage mit dem Aufbau beschäftigt, dazwischen wurde eingekauft und die Stadt auf ihren Hundereichtum besichtigt. Die meisten kannte ich schon vom letzten Jahr, aber auf dem Platz landeten jeden Tag neue, alle möglichen Rassen aus allen Herrchen Länder.
Ein ganz besonders netter Lümmel landete am nächsten Tag hinter unserem Wohnwagen, es war Olli (Oliver) ein Spanier, können Sie spanisch? es ist nicht schwer; mit diesen Rüden meiner Größe verstand ich mich sofort. So oft es ging, rannten wir um unsere Behausungen, aber zum Fressen habe ich diesen netten Kerl nicht eingeladen, die werden dann gleich zu anhänglich. Das passierte gleich am nächsten Tag, seine Leute fuhren über die Rollberge und da lassen die Menschen keine Hunde mitfahren, also habe ich ihn aufgenommen. Das muss der falsch verstanden haben, der war mit einem Satz in meinen Wohnwagen und macht sich der Länge nach breit auf meinem Herrchen sein Bett. Wie das jüngste Gericht bin ich über den hereingebrochen, den Lorbass habe ich mit wütendem Gebell aus meinem Reich gescheucht. Olli saß den ganzen Tag still im Vorzelt und wurde erst wieder laut und frech, als am Abend seine Leute zurückkamen.

Im Bett von meinem Herrchen kann man wunderbar träumen,zum Beispiel von der Entenfamilie am Elbing vor  meinem Wohnwagen, diese warten jeden Morgen pünktlich um 8:00 Uhr auf das Futter von meinem Frauchen oder von meiner neuen Freundin am früheren "Inneren Mühlendamm". Diese ledige Katzenmutter haust mit dem Nachwuchs in einem Kellerloch und läßt die "Kleinen" manchmal zum sonnen auf den Bürgersteig.

Mit Willi, Elly und meinen Beiden durfte ich auch nach Frauenburg, tolle alte Gemäuer und erst das Hospital mit der Wandmalerei in der Apsis der ehemaligen Kirche,  das Gemälde zeigt das jüngste Gericht und stammt aus dem 15. Jahrhundert. Weiter ging es nach Cadinen in die alte Volksschule. Heute ist das ein feines Hotel mit einem erstklassigen Restaurant, so was sollte man mal für uns Vierbeiner bauen.
Ich durfte natürlich mit zum essen und habe meinem Herrchen seine gebackene Leber einschließlich Beilagen heimlich unter dem Tisch gekostet, Wenn Frauchen uns dabei erwischt, gibt es Krach. Hier könnte ich mich wohlfühlen, und wäre es auch nur in der Küche. Drei Tage später waren wir zur Sommersonnenwendfest eingeladen. Eine große Party mit vielen Köstlichkeiten, leider musste ich im Auto bleiben und darauf aufpassen.
Aber mein Herrchen und ich sind ja Kumpels und er hat mir auch was mitgebracht. Näheres könnt Ihr in unserer Homepage unter Cadinen nachlesen.
Zwei Tage später waren meine Leute bei Werner Grunwald zu einem großem Abendessen eingeladen, nur für besondere Freunde, der Herr Vikar, Willi und Elly sowie Marianne. Ich zähle mich ja auch zu Werners Freunden, aber die Leute vom Viwaldi mögen keine Vierbeiner und dabei benutzen sie doch unseren Namen (Vi-) "Waldi" für ihr Hotel. Es muss dort himmlisch geschmeckt haben, als mein Herrchen nachts schlief, habe ich ganz nah an seinen Backen gelegen und geschnüffelt.
Schön war auch ein Ausflug mit Frau Marianne nach Dörbeck. (sh. Elbinger Höhe). Mit einem Jäger, in seinem Auto ging es über Stock und Stein durch hohe Wiesen, das Gras war höher als das Auto. An einer uralten Eiche, viel dicker als mein Herrchen, wurde gerastet. Der Waldboden unter diesem Baum war von den Wildschweinen durchpflügt nach den Eicheln, ein wunderbarer Ort zum schnüffeln.

Vor unserem Vorzelt hatten Margarete und ihr Mann ihr Wohnmobil geparkt, die beiden kannte ich noch vom Vorjahr. Sie war lieb und nett zu mir aber er mochte keine Hunde, weil er Angst hatte. Das habe ich meinem Nachbarn schnell abgewöhnt, er wäre der erste gewesen der meinem Charme widerstanden hätte.
Mit diesen beiden lieben Menschen fuhren wir nach Terranova, dann mit der Fähre über die Nogat nach Zeyer, Jungfer und kreuz und quer durch das Land bis nach Steegen, Kahlberg und bis zum Ende kurz vor der russischen Grenze.

Das Grab eines Matrosen aus Terranova in Philadelphia / USA 1937

Auf dem Rückweg wurde Kahlberg ausgiebig beschnüffelt und wir gingen auch zum Essen. Mein Herrchen hatte dabei allerdings Pech, er hat sich einen Fisch bestellt und der muss nach dem angeln auf die Strasse gefallen und überfahren worden sein, der war ganz platt. Von diesem Verkehrsopfer hat mir mein Herrchen keinen Bissen zugemutet, tapfer hat er die ganze Portion alleine gegessen, das ist wahre Freundschaft.

Auf dem Rückweg wurde ausgiebig die schöne Kirche in Steegen mit den herrlichen Deckenmalereien besichtigt. Fleißige Dorfbewohnerinnen schmückten die Kirche gerade mit vielen Blumen für eine Hochzeit und auf der Empore übte ein bekannter Orgelspieler für das bevorstehende Internationale Orgel-Festival.

Oben die Kirche von Jungfer,
in der mitte der Kurgarten
von Kahlberg und der Strand,
ein einziges Oktoberfest, laut
und ungemütlich.

Links die Kirche von Steegen
und das Innere.

Eine weitere Tour ging in die Niederung, in Streckfuß kaufte mein Frauchen bei einem uns bekannten Imker, er ist auch Spezialist für Bienenkrankheiten, ihren Honig ein. Auch Cocker mögen Honigbrot ! ! ! Dann wurde mein Herrchen recht aktiv, er war auf den Spuren der Mennoniten (eigene Seite!). Das war ein Vergnügen, so recht nach meinem Geschmack. Es ging durch verwilderte Wiesen und über alte Friedhöfe, sogar in eine alte, leerstehende Kirche durfte ich mit rein. Ein kurzer Stopp bei der Grundmühle (Ruine) in Hakendorf und dann nach Reichenbach. Unsere Tour ging weiter um den Drausensee bis zur zweiten Schleuse nach Hirschfeld. Endlich mal wieder rennen, den ganzen Berg rauf bis zum Wasserrad, doch der Maschinenraum war nicht mein Geschmack, es war laut und stank nach Öl. Da waren mir die Hühner im Garten nebenan schon lieber, wäre da nicht so ein eingebildeter Hahn dabei gewesen. Mein Herrchen war mehr an den Schienen interessiert, da wurde noch schnell ein altes Markstück gebügelt.

Auf dem Campingplatz in meinem engeren Revier habe ich mich sehr wohl gefühlt, immer ohne Leine, die ganze Zeit in der Wiese liegen, und aufpassen wer zu begrüßen war. Frühmorgens der obligatorische Gang zur Schmiedestraße (Kowalska) Wurst, Käse und frische Brötchen für uns alle, und Hühnerherzen, Mägen und Leber für mich ganz alleine. Wenn mein Frauchen diese Leckerei für mich gekocht hat lief meiner Freundin Margarete aus der Nachbarschaft das Wasser im Mund zusammen. Margarete gehört zu den wenigen Zweibeinern, die wissen was gut schmeckt!
Aber ich habe auch die Abgaben meines Herrchens im Roten Hahn und in der Pizzeria am Alten Markt genossen, die kochen und backen dort vorzüglich.
Ungeduldig erwarteten wir die Pangritz-Kolonisten, aber die waren nur scharf auf die alten Gemäuer der Stadt und die Rollberge. Dieser knauserige Verein hat für uns Hunde nichts übrig, die mögen sich wohl bloß selber. Na ja, wenigstens bei dem ersten Vorsitzenden habe ich ein paar Streicheleinheiten abstauben können.

Hier treffen wir gerade die Pangritz-Kolonisten vor der Nikolaikirche, in meinem gepolsterten Korb hinter meinem Herrchen auf dem Rad ist Elbing ein Genuß! Was soll ich sagen, fünfeinhalb Wochen waren fast zu schnell vorüber es ging zurück in Richtung Heimat, aber diesmal über Küstrin.

In Zechin auf einem sehr schönen, ruhigen Campingplatz mit Badesee und Restaurant am Wasser haben wir übernachtet. Der Platz und das Restaurant gehören einem jungen Jäger mit dem ich mich schnell angefreundet habe, ist ja klar, wir sind beide auf dem Gebiet Jagd fachkundig. Mein Frauchen und Herrchen begrüßt der Jäger jedes mal mit zwei kleinen Fläschen Kümmerling, nicht mein Geschmack, ich mag lieber Wildschwein gebraten. Am nächsten Tag sind wir drei dann bis nach München durchgefahren und keiner hat sich so auf unser Zuhause gefreut wie mein Frauchen und ich, Eure Maxi.

PS. Natürlich haben wir auch einen Stadtrundgang gemacht und auch die Speicherinsel ergründet, mehr darüber mit vielen schönen Bilder demnächst hier und auf der Seite Speicherinsel.