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Wie in den Jahren zuvor, begann unsere Fahrt in die "Alte Heimat" mit: Wohnwagen zum TÜV fahren und einräumen. Meine Cockerdame Maxi hatte es besonders wichtig, sie trug ihr Spielzeug in das rollende Heim und war nicht mehr raus zu bekommen. Am nächsten Morgen ging es sehr früh auf die Autobahn über Regensburg, Hof, Dresden in Richtung Stettin. Kurz vor der Grenze am Oberrucker See wurde übernachtet. Diesen Platz hatte ich schon in dem Bericht 2004 beschrieben. Hier wohnt ein Mann, der ein Schwein an der Leine spazieren führt. Meine Maxi hatte das nicht vergessen und so wurde sofort nach der alten Schweinebekanntschaft gesucht. Am anderen Morgen ging es weiter über die Grenze, Köslin, Stolp, Lauenburg und links ab nach Leba. Hier gibt es ein Naturschutzgebiet mit sehr großen, 40 Meter hohen Wanderdünen, die im Jahr ca. 10 Meter nach Süden wandern. Dieser schneeweiße Sand hatte es meinen beiden Damen angetan.

Vom Campingplatz waren es ca. 10 Kilometer mit dem Rad durch herrliche Kiefernwälder vorbei an dem ehemaligen Raketengelände von Werner Braun, von wo er seine V1 nach London gefeuert hatte. Heute ist in dieser Anlage ein Museum, aber man sollte auch nicht das Grieben-Schmalzbrot am Eingang verschmähen, das dort eine Bäuerin verkauft. Leba selbst ist auch sehenswert, aber man sollte auch nicht auf eine Bootsfahrt auf die Ostsee verzichten.

Hier vor der Küste liegt die Gustloff. Wir haben diese Fahrt auf einem Katamaran gleich zweimal gemacht. Kein Kunststück, wir waren drei Tage in Leba.


Von Leba ging es dann über Rheda, Gdingen, Zoppot, Danzig nach Elbing. Auf dieser stark befahrenen Strecke hatten wir mit unserem Gespann drei Stunden bis Danzig gebraucht. "Noch eine knappe Stunde bis nach Elbing und dann ein "EB", habe ich zu meinen beiden gesagt, aber denkste. Zurzeit wird diese Strecke ausgebaut und so ging es über Nebenstrecken über Zeyer, hier hat man anstelle der Fähre eine neue Brücke gebaut, drei Stunden lang bei großer Hitze fast im Schritt-Tempo bis nach Elbing.
Am Sonntag früh stand erst mal ein Stadtrundgang auf dem Plan. Der Alte Markt ist wieder sehr schön hergerichtet. Vor dem Marktor standen Fotografen und Reporter, Neugierig fragte ich ob man den Turm besteigen kann. "Ja" war die Antwort, "Sie sind unseren ersten offiziellen Gäste". Na das hatten wir nicht geplant, aber es gibt immer wieder Überraschungen.

Der Turm ist innen sehr schön ausgebaut und man hat nach allen Seiten eine wunderbare Aussicht, Fotomotive massenhaft. Im 2. Stock ist ein Informations-Büro, hier sitzt eine Junge Dame, mit deutschen und englischen Sprachkenntnissen. Durch dieses Frl. Marzena Sulich lernte ich Herrn Jan Klatt kennen, ehemaliger Schuldirektor der Schule in der Kalkscheun Str. (früher Handelsschule).  Herr Klatt ist amtlich best. Fremdenführer und hat mich in Elbing mehrmals bei wichtigen Besuchen begleitet. Nach diesem Turmbesuch ging es dann zum Mittagessen zu Krystof "Unter dem Hahn", die Königsberger Klopse mit extra viel Soße (Suppe) waren sehr gut.
Wir Elbinger aßen ja früher keine Königsberger Klopse, ich glaub in unserer Familie waren diese unbekannt. Bei uns gab es "saure Klopse" im tiefen Teller mit Klopssuppe bis zum Tellerrand und dann nur ein Löffel.  Die Königsberger haben dieses Gericht bestimmt kopiert und knauserisch wie die waren gab es nur ein bisschen Soße und das Ganze wurde dann mit Messer und Gabel gegessen.    
Am Montagabend konnte ich in diesem Lokal Hans Preuß und den Pangritz-Club begrüßen. Ein Wiedersehen nach einem ganzen Jahr, wenn man unsere Sonntäglichen Telefonate nicht mitrechnet.

Zwei Tage später trafen wir die Elbinger Prominenz im gleichen Lokal, es war eine geschlossene Gesellschaft. Es wurde in Anwesenheit der Autoren ein neues Ansichtskartenbuch vorgestellt. Zu diesem Buch habe ich sehr viele alte Elbinger Ansichtskarten und Informationen bereitgestellt. Auch die Presse und das Fernsehen waren dabei.

Auf dieser Veranstaltung hatte ich einigen Freunden erzählt:" Ich habe zwei Elbinger Schiffsmodelle gebaut und mitgebracht und die will ich am nächsten Tag mit meinem Freund Hans Preuß im Elbing taufen und fahren lassen" Das muß sich wohl rumgesprochen haben.
Am nächsten Morgen zu unserer Schiffstaufe am Campingplatz am Elbing waren fast alle Gäste vom Vortag, sowie das Fernsehen, Radio Elbing, Radio Danzig und eine Reihe Zeitungsreporter erschienen. Natürlich auch die Damen vom Museum. Bei den Schiffsmodellen handelt es sich um die Tolkemiter Lomme "Richard" und den Seitenrad- Dampfer "James Watt". Dieser Dampfer wurde 1846 bei Mitzlaff mit einer
Dampfmaschine von Schichau gebaut. Außer zwei Bildern von Gemälden und den Größenangaben gibt es keinerlei Unterlagen zu diesem Schiff. Ich habe dieses schwimmfähige. ferngesteuerte Modell nicht nur gebaut, sondern auch die Pläne dazu gezeichnet.

Es war ein gelungener Vormittag bei bestem Wetter am Elbing. Im Elbinger Museum stehen übrigens vier große Arbeiten von mir in großen Schaukästen.


Im Hintergrund mein Elbinger Hermann-Balk-Ufer, davor Frau Dr. Gizinska, Frl. Czarkowska  und rechts meine liebe Frau Ilse. Über meine vorherige Homepage hatte ich Frl. Agnieszka Czarkowska kennen gelernt, eine 21 Jahre junge Studentin aus Elbing. Frl. Czarkowska hat mit Gleichaltrigen in Elbing eine Gruppe gegründet, die die alte deutsche Elbinger Sprache, Redensarten und Gebräuche erforschen und erhalten will.  Für junge Polen eine sehr gute Sache die auch die Bereitschaft signalisiert: Wir sind für eine deutsch / polnische Freundschaft. Ich habe diese Gruppe mit Büchern von Walter Braun unterstützt. Hans Preuß, meine Ilse und ich waren bei dieser Gruppe zu einem Info- Nachmittag eingeladen, den Raum dazu hatte Frau Hilda Sucharska bei der Deutschen Minderheit zur Verfügung gestellt.

Für Dienstag den 25. Juli hatte ich die Bootsübergabe im Museum bestimmt, und neben einigen Freunden war auch wieder die Elbinger und Danziger Presse erschienen. Es war nach drei großen Schnitzwerken und der Elbinger Kogge das 5. eigenhändige Werk, das seinen endgültigen Platz im Elbinger Museum findet. Diese erneute Schenkung ist ein Anlass, dass man im Elbinger Museum eine eigene Schiffsabteilung einrichten will.

Das zweite Schiff, eine Tolkemiter Lomme habe ich Krystof für sein Lokal geschenkt. Diese Lomme soll ein Wegweiser für die vielen Heimattouristen zu meinen anderen Schiffen im Museum sein.


Im Bereich der Brückstraße 30 bis 35 wurden ab Anfang Mai archäologische Ausgrabungen ausgeführt, also zwischen der Nikolaikirche und der Wasserstraße. Diese Ausgrabungen werden geleitet und beaufsichtigt von der Elbinger Archäologin, Frau Grazyna Nawrolska vom Elbinger Museum.


Bei meinen Besuchen auf dem Ausgrabungsgelände wurde ich begleitet von dem Elbinger Fremdenführer, Herrn Jan Klatt, ein Mitglied vom Pangritz-Club. Herr Jan Klatt leistete mir sehr wertvolle Hilfe mit seiner Übersetzung ins deutsche und seinen Umfangreichen Kenntnissen in der Elbinger Geschichte.
Es wurden viele Alltagsgegenstände aus früherer Zeit gefunden, aus allen möglichen Materialien. Interessant sind die alten Fundamente, die unter den späteren Hinterhöfen begraben waren.

Mit peinlicher Genauigkeit werden diese alten Mauern von Archäologie- Studentinnen vermessen und abgezeichnet. Diese Arbeit erfordert ein gutes Auge und sehr viel Geduld.

Die Arbeiter hatten eine Menge Erde zu bewegen. An der Ecke Brückstraße / Wasserstraße in 3,4 Meter tiefe fand man einen alten Knüppelweg aus der allerersten Zeit, also so um 1240 herum. Damals lag das Gelände und auch der Fluß um 3,5 Meter tiefer und stieg dann wahrscheinlich zur Nikolaikirche leicht an. Der niedrigere Pegelstand des Wassers lässt darauf schließen, dass die Gletscher und die Polkappen noch mehr Eis und Schnee hatten.

Hier legen die Archäologen den ältesten Elbinger Knüppelweg frei.

Von Frau Grazyna Nawrolska bekam ich das Buch „ARCHAEOLOGIA ET HISTORIA URBANA“ geschenkt, in dem sie unter anderem über die in Elbing ausgegrabenen Pilgerzeichen berichtet. Frau Grazyna Nawrolska ist eine sehr bemerkungswerte Frau die sich in das Gebiet Ihres leider verstorbenen Mannes eingearbeitet hat, und die Erforschung der alten Baugeschichte unserer Heimatstadt  mit großem Erfolg ausführt. So wurde in Elbing aus der Frühzeit ein Aufzug (für Speisen) entdeckt und auch eine andere Straßenführung, als aus alten Zeichnungen allgemein bekannt.

Fortsetzung  "Elbing 2006 / II"