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Der Friedrich Wilhelm Platz wurde im Süden vom neuen Rathaus begrenzt und im Norden von der Bürger-Ressource, nicht zu verwechseln mit der Ressource Humanitas die östlich von der Bürger-Ressource lag und die von mir  auf der gleichen Seite im Anschluss beschrieben wird. Von der Ansicht der Bürger-Ressource gibt es viele Ansichtskarten jedoch von dem dahinter liegenden Garten habe ich außer meiner Ansichtskarte noch keine andere gesehen, auch mein Freund Hans Preuß, der die größte Elbinger Sammlung im Westen hat, kennt keine Gartenansicht. Dagegen gibt es eine ganze Reihe von Garten-Karten von der Ressource Humanitas.


Die Bürger-Ressource verdankte ihre Existenz den Politischen Unruhen von 1847.

Am Abend des 5. Februar 1847 traf die Nachricht von den neuen Verfassungsgesetzen in Elbing nicht unerwartet ein. Im Theater sang das Publikum gerade „Heil Dir im Siegeskranz“, dann brachte Jakob van Riesen, der Landtagsabgeordnete, das Hoch auf Friedrich Wilhelm IV aus. Die Kunde drang auch schnell in die Kettenbrunnenstraße, wo sangesfrohe Männer gerade im Begriff waren, die Elbinger Liedertafel zu gründen.
Die Berliner Märzrevolution von 1848 ließ die Elbinger kalt zusehr steckten noch die schlechten Erfahrungen mit den Polenkriegen den Elbingern im Gedächtnis. Da der Buchdrucker Agathon Wernich mit seiner Zeitung zum König hielt, gründeten die Demokraten am 1. Januar 1849 den „Neuen Elbinger Anzeiger“, aus dem sich die „Altpreußische Zeitung „ entwickelte. Am 13. Mai 1849 sangen die Demokraten bei einer Aufführung der „Stummen von Portici“ das französische Revolutionslied „Die Marseillaise“. Diese Kreise scharten sich 1850 um  Flottwell, Büttner, Carl A. Ilgner, A. G. Ilgner, von Polentz, Bertram und Wenzel und begründeten die politisch-liberale Bürger-Ressource, die 1853 das Grundstück von den Truhartschen Erben erwarb. Die Kasino-Gesellschaft und die Bürger-Ressource nahmen aber bald Abstand von allen politischen Handlungen und wurden Vereine zur Hebung der Bürger-Geselligkeiten.
Vorsitzender der Bürger-Ressource war ein Herr Monath, die Aufnahme-Gebühr 12 Mark und der Jahresbeitrag 20 Mark.

Im Winter 1939 / 40 wurden Soldaten einquatiert, diese Privatfotos konnte ich auf einer Auktion ersteigern.

Ein Blick aus der Ressource auf das Rathaus, die Soldaten stehen am "Am Lustgarten" vor der Stadtbibliothek.


Im Hintergrund, links vom "Königlicher Hof" das Gebäude der "Ressourche Humanitas" in der Pfeffer Straße.


Die Geschichte der Ressource reicht weit zurück und beginnt eigentlich schon im Biedermeier so um 1830. Die Elbinger Patrizierfamilien besaßen rund um Elbing, hauptsächlich aber im östlichen Teil kleinere Bauernhöfe die der Liebhaberei und dem Vergnügen der Besitzer sowie Sommerfrische und Wochenendheim dienten. Interessant ist eine Aufstellung dieser Besitze, weniger der Besitzer wegen sondern der Größenangaben und der oftmals verschiedenen wechselnden Namen für das gleiche Anwesen. Eine Aufstellung darüber werde ich im Anschluss nach dem Bericht über die Ressource Humanitas bringen.
Wohlhabende Bürger, die nicht über einen ländlichen Besitz verfügten, besaßen wenigstens einen Garten in der Vorstadt am Tiefdamm (Königsberger Straße), oder vor dem Holländer oder dem Mühlentor oder auf dem Vorberg.
In den inneren und äußeren Vorstädten waren einige Gartenlokale, in denen die Bürger streng getrennt nach Kasten, Berufsständen und Bildungsstand verkehrten.
Die niederen Kreise verkehrten im Laskyschen Garten „Zur goldenen Kugel“, am Exerzierplatz, die gehobeneren Schichten trafen sich im Mannschen Garten (früher Torbogschen und dann Schilkalschen Garten) am Inneren Sankt-Georgen-Damm 17 und im Pfeilerschen Garten vor dem Mühlentor, Äußerer Mühlendamm 70.
Der erste Stand und die Elite der Gesellschaft gehörte zu den „Teilnehmern am Casino im Barteltschen Garten“ am Inneren Mühlendamm, an der Pfefferstraße/Rosengasse. Dieser Garten war der spätere Ressource Humanitas Garten und besteht auch heute noch in Elblag als Stadtpark, doch bis dahin war es noch ein weiter Weg.

Oben, das Casino vor und nach 1945, unten der Casinogarten.

Für das gesellige und zugleich schöngeistige Leben in der Stadt gab es im Winter den Männerklub „Ressource“ der im Sommer als Familien-Vereinigung „Casino-Gesellschaft“ existierte. Diese Gesellschafts-Vereinigungen waren noch kein organisierter Verein sondern setzte sich zu jeder Saison aus neuen Interessenten zusammen. Den Ursprung bildete die 1789 gegründete, aus 12 Mitgliedern bestehende „Freundschaftliche Kränzchen-Gesellschaft“ aus der dann 1795 die „Ressource für alle Stände“ wurde. Allerdings war der Name irreleitend, es war ein reiner Männerklub mit Herren aus den „ersten“ bürgerlichen Kreisen. Das erste Klublokal war das „Gasthaus zum schwarzen Adler“ (die spätere Apotheke am alten Markt)und seit Juli 1805 traf man sich in dem angekauften Sielmannschen Haus (Lange Hinterstraße 23) um sich am Karten- oder Schachspiel zu ergötzen oder sich in Zeitungen und Flugschriften zu vertiefen. Alle Neujahr fand ein gemeinsames großes Mittagessen statt, im Sommer wurden Landpartien und im Winter Schlittenfahrten veranstaltet.

In der napoleonischen Zeit und der Freiheitskriege musste wegen Geldmangel 1813 das eigene Heim aufgegeben werden und man traf sich im „Goldenen Löwen“ (Bes.Sudermann,1. Gasthof am Platz) Am 6. November 1824 erhielt die Gesellschaft ein straffere Organisation, als Zweck wurde „Beförderung des sittlichen Umgangs und des Geselligen Verkehrs“ angegeben.

Im Sommer 1825 machte die Ressource den Versuch, im ehemaligen Pfeilerschen Garten, jetzt Ferdinand du Boischen Garten vor dem Mühlentor, Äußerer Mühlendamm 70 (heute steht da das Gerichtsgebäude) ein Sommer-Casino einzurichten. Der Garten wurde für 300 fl. gemietet, ein kleiner Tanzsaal wurde errichtet, Tische und Bänke wurden aufgestellt und 11 Konzerte, zum Teil bei Lampen- und bengalischer Beleuchtung abgehalten. Im Winter 1825/26 wurden am Sonntag auch Damen zugelassen und 8 Bälle veranstaltet. 1831 bezog die Ressource am Friedrich-Wilhelm-Platz No.1777 das damals vornehmste Gasthaus „Die Stadt Berlin“ (ehemaliges Roskampffsche Haus) von  Ephraim Becker. Es wurden keine Bälle mehr veranstaltet und die Mitgliederzahl sank auf 60 Personen. Ostern 1839 wurde der Ressource das Lokal gekündigt und da kein geeignetes Lokal gefunden wurde der Verein stillgelegt. Unzufriedene Mitglieder gründeten zwei neue Ressourcen, und zwar als „Zweite Ressource“ oder auch als „Deutsche Ressource“ und die andere in Verbindung mit dem „Singe-Verein“ als „Dritte Ressource“

Das Comite der alten „Ressource“ hat Anfang November 1839 das Haus der Regierungsrätin Cannot am Alten Markt 57 gemietet, das bisher der Kreisphysikus Dr. Schaper bewohnt hatte, das brachte ihr die scherzhafte Bezeichnung „Ressource zum abgezogenen Doktor“ ein. Am 16 Oktober 1841 nahm sie den Namen „Ressource Humanitas“ an.

1846 kaufte die Gesellschaft „Ressource Humanitas“ von dem Gutsbesitzer Bartelt den Barteltschen Garten (auch Kasinogarten genannt) für 10000 Taler und erbaute darauf ein einstöckiges Gesellschaftslokal, das am 13. Oktober 1848 eingeweiht wurde. An diesem Tag wurde der Männerclub „Ressource Humanitas“ mit den aus Damen und Herren bestehenden „Casino-Gesellschaft“ zusammen geschlossen.

Die „Zweite Ressource“ oder auch „Deutsche Ressource“ löste sich nach 5 Jahren wegen politischer Streitigkeiten, am 18. März 1847 auf.

„Die dritte Ressource“ änderte 1845 ihren Namen in „Carlsruhe“ und um 1847 in „Eintracht“, und hatte ihren Stammsitz am Inneren Georgendamm 14, bei dem „Ressourcenwirt“ Carl August Schenk.

Die „Ressource Humanitas“ war in Elbing die erste Adresse, besonders am Freitag den 17. September. Der König besuchte die Manöver in Preußen und wohnte mit seiner Familie einige Tage in Elbing. Am Abend des 17. September fand in der Ressource ein Fest statt, zu dem um 20 Uhr der König mit seiner Familie eintraf. Auf der Festtafel erregte der dort aufgestellte vergoldete Pokal der Sankt Georgenbrüderschaft die Aufmerksamkeit der königlichen Familie, besonders der Kronprinz interessierte sich für den Pokal und die Sankt Georgenbrüderschaft. Anschließend fand ein Rundgang durch den festlich erleuchteten Kasinogarten statt. Zu diesem Fest erschien eine Mappe mit acht Fotographien der Festräume und des geschmückten Gartens der Ressource Humanitas.

Der Berichterstatter des Londoner Daily Telegraph betonte in seinem Bericht, daß das Fest im Kasino viel glänzender und großartiger gewesen sei, als man von einem so kleinen Orte erwartet hätte. Die Elbinger seien ängstlich bemüht gewesen, den schlechten Ruf ihrer Stadt als Demokratennest zu verwischen, und sie hätten alles aufgeboten, um das Wohlwollen des Königs zu gewinnen, der seit 1866 in Elbing sehr populär sei.

In den Jahren 1869 und 1870 wurden die Kolonnaden erbaut und die Gartenanlage erneuert. 1871 wurde durch Zukauf der Fläche mit dem Hommelarm bis zur Taubenstraße und Hohezinnstraße erweitert.  Das Grundstück war jetzt 246,50 ha groß.