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Zunächst etwas über die Geschichte von Ostern..

Ostern ist neben Pfingsten das älteste und das höchste Fest der Christenheit. Seine Wurzeln liegen im jüdischen Passah (Pessach)-Fest. Das Passafest ist das höchste jüdische Fest, es wird gefeiert zur Erinnerung an die Befreiung aus der Sklaverei in Ägypten. Unser christliches Osterfest liegt auf demselben Termin wie das Passafest, Grund: Jesus ist am Abend des Passafestes gekreuzigt worden und zwei Tage später auferstanden.
Das deutsche Wort Ostern leitet sich vom indogermanischen Wort für Morgenröte ab. Die Osterzeit beginnt mit dem Ostermorgen und endet 50 Tage später mit Pfingsten.
Bis zum 3. Jahrhundert feierte man Ostern als einen einzigen Festtag, im 3. Jahrhundert wurde dann die Woche vorher, die Karwoche, als Vorbereitungszeit zur Fastenzeit; im 4. Jahrhundert wurden die drei heiligen Tage von Gründonnerstag Abend bis Ostersonntag früh als Höhepunkt des Kirchenjahres eingeführt.
Das 1. Konzil von Nicäa legte fest, dass der Ostersonntag am 1. Sonntag nach dem 1. Vollmond nach Frühlingsanfang gefeiert wird. Daraus ergibt sich, dass der Ostersonntag nach dem im Westen gültigen gregorianischen Kalender frühestens am 22. März, spätestens möglichst am 25. April stattfindet.
Im 12. Jahrhundert wurden erstmals nachweislich Eier geweiht. Eier gelten seit jeher als Fruchtbarkeitssymbol; im Mittelalter waren sie als Zahlungsmittel bedeutend. Sie wurden zum Symbol der Auferstehung Christi, weil seine Auferstehung aus dem Grab dem Schlüpfen der Küken aus der Schale verglichen wurde. Neben Eiern wurden bald auch Schinken, Milchprodukte und Brot zur Weihe gebracht. Man wollte die lange Fastenzeit mit dem Verzehr der geweihten Speisen würdig beenden.
Im 13. Jahrhundert werden erstmals bemalte Ostereier erwähnt. Nach den Fastenvorschriften war der Verzehr von Eiern in der Karwoche untersagt; die Hennen legten trotzdem, die Eier wurden gelagert; am Ostermorgen war dann der Eierkonsum besonders hoch. Man beschloss, diese gesammelten Karwochen-Eier zu bemalen und weihen zu lassen, damit sie sich von gewöhnlichen Eiern unterscheiden. Eine Färbung der Eier ist 1615 durch einen Straßburger Handwerksmeister belegt, die kunstvolle Bemalung der Eier war vor allem in Osteuropa verbreitet. Eine erste Erwähnung des Brauches, die Eier für Kinder zu verstecken, stammt aus dem Tagebuch des Abtes Jakob vom Kloster Schuttern (Ortenaukreis) für das Jahr 1691. 
Evangelische Familien entwickelten im 17. Jahrhundert den Osterhasen als Eierlieferanten, erstmals erwähnt um 1680 im Elsass von dem Mediziner Georg Franck von Frankenau. Er sollte die Eier legen, bemalen und verstecken. Damit wollten die Protestanten sich von den Katholiken distanzieren, deren Fastenbräuche und Eierweihe sie ablehnten. Der Osterhase ist Symbol für Ostern und neues Leben wegen seiner Fruchtbarkeit - besonders im Frühling. Auch der Hahn brachte in manchen Gegenden die Eier, in der Schweiz der Kuckuck, in Westfalen der Fuchs, in Thüringen der Storch. im fränkischen Ansbach wurde 1757 angeblich ein eierlegender Hase gefangen und darüber ein Protokoll verfasst. Erst im 19. Jahrhundert konnte sich der Osterhase überall durchsetzen.
Mit der Fastenzeit, die laut Kirchenbehörden in Ost- und Westpreußen nie richtig verstanden wurde, stellte man sich auf Ostern ein. Bei uns herrschte die Meinung vor: “Wenn wir schon fasten müssen, dann wollen wir uns wenigstens sattessen.”
Ein Tag unterbrach die Fastenzeit, das war der Gründonnerstag, wenn es beim Bäcker die mit Mandeln bestreuten Gründonnerstagskringel gab. In der Kirche haben die Messdiener noch einmal ordentlich mit dem Glöckchen geklingelt, und dann kamen die schwarzen Klappern, Klick-klack. Die Orgel blieb stumm oder spielte alles in Moll. Die Kirchenglocken flogen nach Rom, um zum Einläuten der Ostertage zurückzukommen.


                    selbstgebackene Gründonnerstags - Kringel

In Ost- und Westpreußen sammelten wir Kinder in unseren Wälder und Wiesen die kleinen lanzenförmigen Blättchen des Sauerampfers, die hervor kamen sobald der Schnee geschmolzen war. Selig kam man dann mit der ersten Handvoll Sauerampfer nach Hause mit der Gewissheit: Nun wird es Frühling – Muttchen kocht Sauerampfersupp!
Sie war in den meisten Familien das Gründonnerstagsessen, denn an diesem Tag mußte etwas Grünen gegessen werden. Wenn Ostern auf einen frühen Termin fiel, lag noch Schnee, und von Sauerampfer keine Spur. Dann mußte wenigstens der Schnittlauch aus dem Topf am Küchenfenster herhalten, und es gab harte Eier oder Fisch mit "Präslauksoss". Stand Ostern aber spät im Kalender, dann war die Sauerampfersuppe unumgänglich. Wie sie schmeckte: mit Rindfleisch oder auch nur auf Brühe gekocht, schön mit Schmand abgerührt. Muttchen nahm immer halb süßen, halb sauren Schmand, dazu harte Eier und Salzkartoffeln, einfach herrlich!
In manchen Gegenden war es auch Brauch, eine Soße aus neunerlei Kraut zu Eiern und Fisch zu reichen. Die junge Natur bot ja reichlich Grünes: Außer Sauerampfer sprossen da schon Scharbockskraut, Giersch, Brennnesseln, und Butterblumen und noch so allerlei. Schnittlauch, Kresse, Kerbel und Petersilie kamen vom Fensterbrett oder aus dem Frühbeet, Dill, Rosmarin, Thymian und Majoran gab es getrocknet. Wir Kinder freuten uns über den säuerlichen Hasenklee oder lutschten den Honigseim aus den Taubnesseln.
Am Gründonnerstag wurde auch gepflanzt, was grünen sollte, Zimmerpflanzen wurden umgetopft, im Freien wurden im Gemüsebeet schon Mohrrüben gesät, im Garten und an den Wegen Bäumchen eingesetzt, wenn Mutter Natur mitspielte. Sonst wurden in der Karwoche keine wesentlichen Arbeiten verrichtet, es war die stille Woche. Die Kirchgänge am Palmsonntag, Gründonnerstag und Karfreitag machten sie ernst und feierlich.
Obwohl es draußen oft  noch recht kalt war, gab es einen ausgiebigen Hausputz. Am Karfreitag muss man vor Sonnenaufgang die Stuben fegen und den Kehricht auf das Grundstück eines Nachbarn werfen, dann ist man selbst vor Flöhen geschützt, während der Nachbar diese bekommt.
Aber am Karfreitag ruhte die Arbeit, der bei uns auch Stillfreitag hieß. An diesem Tag wurde nur das Notwendigste getan. Zu Mittag gab es kein Fleisch, manche älteren Leute fasteten den ganzen Tag, um Krankheiten und Siechtum vorzubeugen. Wer gegen diese Regeln verstieß, bekam das später schmerzlich zu spüren
Was aber nie fehlen durfte: die Gründonnerstagskringel. Ob als ein großer oder mehrere kleine Kringel, die wie immer köstlich schmeckten und so auch noch heute, denn in so mancher ost- und westpreußischen Familie werden sie auch heute noch immer gebacken, ostpreußische Bäcker haben diesen Brauch an den neuen Wohnorten eingeführt. Die "echten" Gründonnerstagskringel sind ein Hefegebäck mit Mandeln und Sultaninen, mit – oft rosa gefärbtem – Zuckerguß bestrichen heißen sie auch Rosinenkringel und schmecken zu jeder Jahreszeit.


Am Ostersonnabend endete die stille Woche, es begannen die Vorbereitungen für das Fest. Eier wurden gefärbt – in alten Zeiten geschah dies erst am zweiten Feiertag. Damals noch "natürlich" mit Zwiebelschalen, Kaffeegrund, Heusaat, getrockneten Blaubeeren und Rote-Bete-Saft. Das frische Grün lieferte die junge Roggensaat. Und da man die ja nicht mutwillig zertreten durfte, bat man beim Pflücken die Kornmutter um Entschuldigung mit folgendem Spruch: "Kornmutterke, dat ös keen Spoaß, wi helpe bloß dem Osterhoas!"
Am Ostersonnabend wurde das Osterfest von den Kirchenglocken jedes Ortes eingeläutet, danach sammelten die Jungen Holz für das Osterfeuer. Es wurde am Abend auf einer Anhöhe entzündet, so war es möglich, auch die Feuer der anderen Orte aus der Ferne zu beobachten. Jeder hatte natürlich den Ehrgeiz, das höchste Feuer zu erzeugen. Die entstandene Holzkohle sollte über besonders heilsame Kräfte verfügen, man nahm sie mit nach Hause.
Mit leiser Vorfreude auf das Osterfest klang die stille Woche aus. Die Marjellens gingen früh zu Bett, denn vor Sonnenaufgang, manchmal schon kurz nach Mitternacht, mußte ja das Osterwasser geschöpft werden.

Ostersonntag

Bevor die Sonne aufging, verließen die Mädchen leise das Haus. Sie hatten Flaschen oder Krüge bei sich. Ohne zu sprechen oder zu lachen, gingen sie zu Quellen oder stillen Bächen. Dort wollten sie sich mit Osterwasser waschen und ihre Gefäße mit dem kostbaren Wasser füllen. Man mußte allerdings eine bestimmte Formel sprechen und immer gegen die Strömung schöpfen, um die Wirksamkeit des Wassers zu erhöhen. So konnte man bis zum nächsten Osterfest mit Schönheit, Gesundheit und Tugendhaftigkeit rechnen.
Die Lorbasse versuchten alles, um die Mädchen zum Lachen oder Sprechen zu bringen...sie waren verkleidet und warteten schon hinter den Hecken auf die standhaften Schweigerinnen. Angeblich waren selbst neidische ältere Weiber dabei, um die jungen Mädchen von ihrem Tun abzuhalten. Sollte es einem von den Mädchen tatsächlich gelungen sein, das kostbare Wasser nach Hause zu bringen, so sagte man, daß sie mit dem Wasser jemanden gesund machen könne. Vor allem gegen Haut- und Augenkrankheiten sollte es wirksam sein. Unterwegs konnte sie aber auch einen jungen Mann mit dem Wunderwasser bespritzen, der dann unweigerlich ihr Ehemann werden würde... Brach das Mädchen allerdings unterwegs ihr Schweigen, war das Wasser entweiht und wurde damit zum "Schladderwasser". Noch heute fragt man besonders redselige Frauen, ob sie Schladderwasser getrunken hätten. Dieses Wasser soll für lange Zeit frisch geblieben sein, und es wurde das ganze Jahr über vielfältig genutzt: als Schönheitsmittel, beigemischt in den Brotteig- zur Vermeidung von Schimmelbildung, Hirten tränkten damit ihre Tiere, es wurde dem Gerstensaft für die Bierherstellung beigemischt oder der Bauer besprengte damit sein Feld.
Möglich war es auch, mit Tüchern den Morgentau auf den Wiesen einzufangen und sich damit zu waschen, natürlich auch vor Sonnenaufgang und mit der gleichen Wirkung für Gesundheit und schönes Aussehen.
Zitat aus Volksglaube und Brauchtum der Ostslaven aus dem Mittelalter: „und gebrauchte das getaute Wasser, das „Märzwasser“ gegen Krankheiten, man besprengte damit die Beerenbüsche und Obstbäume, damit die Bienen sie fleißig besuchen sollten.“
„Märzwasser ist Wasser von Märzschnee; ingleichen Flußwasser im Monathe März, da es gemeiniglich mit dem geschmolzenen Schnee vermischt zu seyn pflegt. Weil dieses Wasser sich seiner Reinigkeit wegen in verstopften Flaschen sehr lange hält, ohne in Fäulniß zu gerathen, wovon im Artikel Märzschnee etwas erwähnt worden ist: so wird es für ein vorzüglich gutes Waschwasser gehalten, und zu diesem Zweck von manchen Frauenzimmern sorgsam aufbewahrt. Hierbey mag sich vielleicht wohl zu viel Vorurtheil mit einmischen, es ist wenigstens aber doch nicht so lächerlich, als wenn man von dem Osterwasser, welches die abergläubigen Mädchen stillschweigend in der Osternacht vor Sonnenaufgang schöpfen, und das ganze Jahr über aufbewahren, eine vorzüglich feine Haut erwartet, darum weil es Osterwasser ist.“

Soweit aus einem mittelalterlichem Buch.

In Masuren und auch um Heilsberg galt es besonders wirksam, wenn das Mädchen den ganzen Körper im Bache badete, dazu hörte man den Spruch auf masurisch:
„Wasser, du machst Wurzeln und Steine rein, wasche auch mich Sünder rein.“

Von Elbing bis Pr. Eylau fand man die Abweichung, dass statt des Waschens im Haus das Osterwasser getrunken wurde.
In den Kreisen Bartenstein und Rastenburg war es üblich, die Hausbewohner, Tiere und Ställe mit Osterwasser zu besprengen. In masurischen Dörfern und in der Gumbinner Gegend trieb man Vieh und Pferde am Ostermorgen zur Schwemme.
Nun, Wenn ich mich hier so im Kreis unserer schönen Damen umschaue kann ich erkennen, Sie kennen sich alle bestens mit dem Osterwasser aus.

Nun zum sogenannten Schmackostern. . .

Schon um Palmsonntag wurden  junge Birkenruten in mit Wasser gefüllte Gefäße gestellt, damit die Reiser kleine Blättchen bis Ostern trieben. Beliebte Orte waren auch Schränke und Kachelöfen, um das Treiben in der Wärme zu fördern. Am 1. Ostertag hatte die männliche Jugend, aber auch Erwachsene das Vorrecht, Mädchen und Frauen Hände und Füße zu stiepen. Man machte sich recht früh auf den Weg, um noch viele im Bett anzutreffen und die Langschläfer zu erschrecken. Mit viel Scherz und Lachen ging es zu. Für das Stiepen erhielt man Süßigkeiten, ein Ei, Kuchen oder einen Groschen.
Na, und die kleinen Bowkes freuten sich schon diebisch auf das Schmackostern und auf die leckeren Sachen, die sie bei den Langschläfern einheimsten. Und wenn auch die Lorbasse sonst nicht viel vom Auswendiglernen hielten, das Sprüchlein konnten sie im Schlaf aufsagen:

"Schmackoster, schmackoster,
fief Eier, Stöck Speck, on noch e Stöck Floade,
ehr goah eck nich weg!"

 Ostre, schmack Ostre, gren Ostre, fif Flade, sesz Eier e Stöck Speck, denn gö öck glik weg.

Die älteren Lorbasse sagten dagegen:

 Schmack Ostern, Grün Ostern, fünf Eier, Stück Speck, vom Kuchen 'ne Eck, 'n Dittche för Beer, dann komm' ick nich mehr! 

Oster Schmackoster ist hier! Drei Groschen zum Bier, drei Bier und ein Stück Speck, dann gehen wir weg!

Eins, zwei, drei, hier kommt die Futtelei. Gibst du mir kein Osterei, schlag ich dir das Hemd entzwei!

Zum Schmackostern komm' ich her, ich wünsch' euch "guten Morgen", gebt mir die bunten Eier her, mag sein, wie sie wollen: blitzblau, donnergrün, kreideweiß; ich nehm' sie all' mit Dank und Fleiß.
Indessen mussten sich die Peiniger beeilen, denn: Waren die Leute erst einmal aufgestanden, entwanden sie diesen die Ruten und schlugen nun ihrerseits auf die Eindringlinge ein.
Am 2. Ostertag hatten die Mädchen das Recht zu stiepen. Auch hier konnte jede ihren Mut beweisen und die erhaltenen Schläge doppelt zurück geben.
Dieser sicher ursprünglich heidnische Brauch muß schon sehr früh von der Kirche als christlicher Osterbrauch übernommen worden sein. Im Marienburger Treßlerbuch findet man für Ostern der Jahre 1400, 1402 und 1409 Eintragungen, daß der Treßler den Viehmägden kleine Geldbeträge ausgegeben hatte, weil die Mägde zu den damaligen Ordenshochmeistern (Konrad von Jungingen 1393-1407, und Ulrich von Jungingen, 1407- 1410) schmeckostern gekommen waren“.

Hitler hat diesen Brauch verboten, er war der Meinung: “das deutsche Volk bettelt nicht!“

Und dann wurden Ostereier und Osterhasenhasen gesucht. Im Krieg war die Hälfte davon auch aus Seife.

Weitere Bräuche mit Ostereiern sind beispielsweise Münzenwerfen, Ostereiertitschen, Ostereierschieben oder  das Eierpecken. Beim Eierschleudern wird ein Osterei in ein aus Wolle gehäkeltes Säckchen mit einem langen Band gesteckt: Das schleudert man und lässt es los. Das Werfen findet auf einer Wiese oder Weide statt. Wiesen mit dichtem Gras sind am besten geeignet. Für das Werfen selbst gibt es verschiedene Regeln. Wichtig ist, dass die Eier die man werfen möchte hart gekocht sind, damit das Ei nicht so zu schnell kaputt geht. Oft werfen sich zwei oder mehr Personen die Eier zu bis die Schale gebrochen ist. Es wird versucht das Ei im Netz möglichst hoch zu schleudern. Wenn das Ei dabei kaputt geht, scheidet man aus. Das geht solange, bis nur noch 1 Kind mit heilem Ei übrig ist, das dann gewonnen hat oder als König genannt wird. In manchen Gegenden ist auch Ostereier-Weitwurf verbreitet. Die kaputten Eier werden an Ort und Stelle verspeist.

In Königsberg am Veilchenberg, im Park von Luisenwahl fanden sich am Vormittag des 2. Feiertages die Kinder in hellen Scharen ein und kullerten ihre Eier den Hang herunter. Wessen Ei am weitesten rollte und ganz blieb, sollte das meiste Glück haben und am längsten leben.

Besonders haben sich wohl die Lorbasse gefreut, wenn sie von der Angebeteten ein beschriftetes Ei bekamen in etwa so oder einem ähnlichen Vers:

„Meine Lieb‘ und Treu bringt dir dieses Osterei

Brichst du’s entzwei, ist alles vorbei“

Nun, Eier sind an Ostern nicht nur zum ansehen, es entsprach nach altem Brauch, das Eier auch zum Festtagsgericht verwendet wurden. Merkwürdigerweise kamen nur in den katholischen Gegenden Ost- und Westpreußens, also besonders im Ermland, Eier als warme Speise auf den Tisch. Mit süßsaurer Soße und Stampfkartoffeln oder auch mit Klunkermus, mit Reis oder Grütze,, manchmal auch als Eirerkuchen mit Speck. Die Ermländer schmackosterten auch immer am 1. Feiertag, die evangelischen dagegen ausschließlich am 2. Feiertag. Hier beherrschte der saftige Schweinebraten die Festtafel, der gekochte Schweinekopf oder der zarte Lämmerbraten.

Im 4. Jhd. ist die erste „Eierweihe“ nachzuweisen.

Sie hat wohl den gleichen Ursprung wie die Weihe der anderen Speisen zum Osterfest: Das so lange verbotene soll als geweihte Speise genossen werden. Früher wurden vor allem die Antlasseier (welche am Gründonnerstag gelegt wurden) zur Weihe getragen.

Die geweihten Eier galten als Schutz gegen das Heben von Lasten, wurden in den Äckern vergraben um das Wachstum zu fördern und die Ernte vor Unwetter zu bewahren. Um Fruchtbarkeit für das nächste Jahr zu erlangen wurden diese Eier in die erste gebundene Erntegarbe gelegt.

Die Schalen dieser Eier wurden mit der Asche des Osterfeuers auf die Äcker gestreut um den Ertrag zu steigern.

Die Schalen der Ostereier dürfen auch Heutzutage nicht blindlings weggeworfen werden; gewöhnlich legt man sie auf die Fensterbrüstung oder streut sie um das Haus, um dadurch Ameisen und anderes Ungeziefer fernzuhalten.

Eine Woche vor Ostern, am Palmsonntag, war Konfirmationstag und am Sonntag nach Ostern, dem “Weißen Sonntag”, gingen die kath. Kinder zur Erstkommunion. Zu beiden Anlässen wurden von Eltern, Freunden und Bekannten Inserate in der Elbinger Zeitung aufgegeben. Vor den Häusern der Konfirmanden wurde wie bei Hochzeiten Tannengrün oder Kaddick gestreut, die Wohnungs- und Haustür mit einer Tannengirlande geschmückt.

Die Jungen bekamen den ersten Anzug mit langen Hosen und eine Uhr vom Paten oder Großvater. Auch die Mädchen bekamen Uhren oder  auch Geldgeschenke.

Danach begann für viele der Ernst des Lebens, man ging in die Lehre.

Pfingsten war meistens frühlingsmäßiges Wetter angesagt, die Wagen der Elbinger Straßenbahn wurden mit Birkengrün geschmückt, selbst die jungen Burschen liefen wie die Pfingstochsen geschmückt durch Vogelsang, das war unser Stadtwald in Elbing.