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Notgeld allgemein: Münzen oder Geldscheine, die bei Mangel an Zahlungsmittel ersatzweise vom Staat oder nicht Münzberechtigten Personen und Ämtern ausgegeben werden. Dieser Geldersatz wird oft in aller Eile hergestellt meist aus minderwertigem Material und ist zur alsbaldigen Widereinziehung bestimmt. Dieses Notgeld hat nur einen Gutscheincharakter. Anfänge sind aus dem 15. Jahrhundert bekannt, den Höhepunkt erreichte das Notgeld in Deutschland 1918 – 1921. Es ist auch als Assignaten, Ephraimiten, Fünfzehnkreuzer, Jakobiten,, Judenpfennige, Kriegsgeld, Münzschein, Nottaler, Pewter Mony und Token bekannt.

In Elbing ist das erste Notgeld aus dem Jahr 1560 bekannt. Eine Bleimünze, 25 mm im Durchmesser, einseitig mit dem Stadtwappen geprägt. Alle Abbildungen sind aus meinem Münzbuch, 2. Auflage 2001,220 Seiten DIN A 4, das leider auch schon vergriffen ist


Die nächste Notmünze in Blei ist aus dem Jahr 1600, 31 mm im Durchmesser und zweiseitig geprägt mit dem Stadtwappen und dem Bild von König Sigismund III.


1606 erschien eine Bleiklippe mit Wert eines 6 Gröscher, 34 mm x 32 mm.


1616 wurde eine Bleiklippe 15 x 15 mm, zweiseitig geprägt ohne Wertangabe ausgegeben.


Diese vorgenannten Notmünzen stimmen mit den Notzeiten der Stadt Elbing, Kriege, Seuchen und vor allem die Pest überein. In Pestzeiten (erstmals 1346 / 1349) wurden die verseuchten Häuser mitsamt allem Inventar und auch Wertsachen angezündet und verbrannt.
Um   1543 gab es schwere Überschwemmungen und 1549 kam die Pest von Osten her die 1564 erneut ausbrach und in Elbing viele Häuser aussterben ließ.
Weitere Pestzeiten sind aus der Zeit vom 15. April 1602, Oktober 1611 bis November 1617, 1623,1625,1626 und 1629 und schweres Fieber im Jahr 1611. Die vorgenannten Elbinger Notmünzen sind nicht zu verwechseln mit den Waren- Plomben aus Blei, diese wurden um eine Siegelschnur umgeklappt und wurden dann geprägt mit dem Zeichen des Besitzers und der Stadt. Die vorliegende Plombe stammt aus der Zeit um 1660.

Diese Bleiplombe wurde zum versiegeln einer Warensendung benutzt. Im vorliegendem Fall wahrscheinlich nach Ansicht des Herrn Daniel Wenzel aus Zittau zum versiegeln einer Stoff – Sendung aus der Stadt Zittau in Böhmen. Diese Plombe weist auf der einen Seite den doppelschwänzigen böhmischen Löwen auf und auf der zweiten Seite ein großes „Z“ mit einem Mittelsteg.

Hier die Beschreibung der Plombe durch Herrn Daniel Wenzel aus Zittau: Die Kombination des Buchstaben Z mit geschwungenem Mittelsteg und dem Umseitig dargestellten, n.li. aufsteigenden gekrönten Löwen mit Doppelschweif (böhmischer Löwe) im Perlenring läßt mich jedoch begründet vermuten, daß es sich um eine Waren- ggf. Tuchplombe aus der Oberlausitzer Stadt Zittau handelt; genauer um eine Plombe des Rats der Stadt Zittau.

Zum verdeutlichenden Vergleich habe ich mit erlaubt, Ihre Aufnahmen der Plompe dem Zittauer Stadtwappen mit „Z“ und dem böhmischen Löwen gegenüberzustellen.

Der Buchstabe Z mit geschweiftem Mittelsteg ist spätestens seit Stadtgründung im ersten Drittel bis Mitte des 13. Jahrhunderts signifikantes (Wappen-)Symbol der Stadt. Seit dem 14. Jahrhundert wurde dem Zittauer Wappen der böhmische Löwe auf Grund böhmischer Oberherrschaft beigegeben.

Hiermit ist der Handel zwischen Elbing und Zittau bestätigt. Die Plombe wurde bei Ausgrabungen in der Elbinger Altstadt gefunden.


          Wappen von Zittau

Die bei Ausbruch des 1. Weltkrieges von der Stadt Elbing in Folge des fast plötzlich eintretenden Mangels an Kleingeld ausgegebenen Notgeldscheine wurden bis Anfang 1915 wieder aus dem Verkehr gezogen. Die dann durch die Kleingeldhamsterei, die sich bis auf die Nickel- und Kupfermünzen erstreckte, veranlaßte Elbing erneut 1917 bis 1921 Notgeldscheine auszugeben.

Dem bedrohlichen Mangel an Kleingeld in Ost- und Westpreußen suchte die Regierung durch Erlaß vom 9.Dez.1915 entgegenzutreten:

"Bekanntlich ist die steigende Knappheit an kleinen Zahlungsmitteln, insbesondere an Nickelmünzen hervorgetreten. Die Reichsbank ist bei ihren niederigen Beständen außerstande, dem Verkehrsbedürfnis zu entsprechen.
Die zum Ersatz von Nickelmünzen eingeleiteten Prägungen von eisernen 5 Pfg. Stücken werden nach besten Kräften gefördert. Daneben müssen jedoch alle Mittel aufgewendet werden, um auf andere Weise dem mit schweren Schädigungen der Volkswirtschaft verknüpften Mangel an Zahlungsmittel abzuhelfen. Für diesen Zweck ist es wichtig und erforderlich, dem Umlauf der Nickelmünzen nach Möglichkeit zu beschleunigen, damit sie für den Zahlungsverkehr besser ausgenutzt werden.
Der Minister empfiehlt die häufige Entlehrung der Automaten, insbesondere der Gasautomaten, um die dort angesammelten Kleinmünzen wieder baldigst dem Geldverkehr zuzuführen."

Eine staatliche Genehmigung für die Herstellung des Notgeldes hatten die Städte und Gemeinden nicht. Um aber nicht gegen das Münzgesetz zu verstoßen wurden die Münzen als KLEINGELD—ERSATZMARKE “ bezeichnet, einer Erfindung der überaus stark beschäftigten Prägeanstalt von L. Chr. Lauer in Nürnberg.

Ob ein wirklicher Bedarf an so viel Kleingeld vorhanden war muß ernsthaft bezweifelt werden. Die Bürger und auch die Gemeinden und Städte horteten das Kleingeld

Die folgenden abgebildeten Seiten stammen ebenfalls aus meinem >Elbinger Münzbuch

Die hier abgebildeten Münzen und Scheine stammen größtenteils aus meiner Sammlung. Die Seiten sind nicht vollständig, es wäre wohl noch eine weitere Seite erforderlich