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VIII. CHRISTINE  von  SCHWEDEN  (1632 – 1636)

 Nach dem Tod Gustav II. Adolfs im Jahr 1632 trat seine Tochter Christine von Schweden die Thron-Nachfolge an, damit änderten sich auch die Elbinger Münzen. Es wurden von 1632 – 1635 Schillinge und Dreipölker geprägt. 1635 wurde die Münzprägung in Elbing eingestellt.

IX. WLADISLAUS 4. ( 1632 – 1648 )

Durch den am 12. September 1635 zu Stumsdorf zwischen Polen und Schweden abgeschlossenen Waffenstillstand gelangte Elbing wieder an Polen. Am 12. Januar 1636 räumten die Schweden unter Wrangel die Stadt und am selben Tag zogen die polnischen Gesandten ein. Aus diesem Anlass wurde ein Taler geprägt, der so genannte Stumsdorfer Friedenstaler, die einzige Prägung  unter dem polnischen König Wladislaus IV., einem Sohn König Sigismund III., geboren 1595 und am 6. Februar 1633 in Krakau gekrönt.
Der Gedenktaler mit „Elbinga inter arma servata“ wurde 1636 von Jakob Jacobson geprägt. Er selbst hatte wohl von der Technik der Münzprägung nur geringe Kenntnisse. Diesen Taler hat mit Sicherheit der Reichsmünzergesell Steffan Bockhold geprägt und Christophorus Ludwig aus Bromberg war der Stempelschneider. Jacobson aus Emden kam wahrscheinlich über Danzig nach Polen und dürfte 1617 Vorsteher der Bromberger Münze geworden sein. Auf einem Taler aus dem gleichen Jahr findet man zum ersten mal seinen Zeichen „I.I – V.E“ vor. Anfangs, bis zum Jahr 1623, verwaltete er nur die Bromberger Münze, dann wusste er seine Herrschaft nacheinander auch auf die Prägewerkstätten von Wilna, Warschau und Krakau auszudehnen. Im Jahr 1630 pachtete Jacobson die Münzen von Thorn und Danzig und setzte sein Zeichen auch 1636 auf den Elbinger Friedenstaler. Über die Persönlichkeit Jacobsons und seine Art der Geschäftsführung gewinnt man ein recht klares Bild aus den bei Zagorski abgebildeten Urkunden, aus den bei Braun und Lengnich gemachten Angaben, sowie aus gelegentlichen Bemerkungen in den Stadtbüchern von Bromberg. Jacobson war kein Münzmeister, sondern ein Kaufmann, voll Unternehmungsgeist und Rücksichtslosigkeit, geschmeidig gegen Vorgesetzte, vorsichtig in der Auswahl seiner Vertrauenspersonen und Untergebenen, ein guter Menschenkenner, der sich überraschend schnell in die polnischen Verhältnisse eingelebt hatte. Mit dem Köder des baren Geldes fing er den König, die obersten Schatzbeamten und die Magistrate der Münzberechtigten Städte. Er schaffte Geld, folglich musste seine Verwaltung gut sein. Den Löwenanteil des Gewinnes aber behielt er für sich. Bis zum Jahr 1622 heißt er „Verwalter der Bromberger Münz=Offzin“, dann kommt der Titel „nobils“ vor seinen Namen, in rascher Folge häufen sich die ehrenden Bezeichnungen „servitor noster et monetariarum administrator“, „Nobilis J.J. monetarum nostrarum per regnum Poloniae provisor et administrator generalis“ und „Generalis monetariarum regni et magni ducatus Lithuaniae praefectus“. Die Verwaltung Jacobsons entbehrte durchaus nicht des üblichen Apparates von Probierern, Superintendenten und anderen wichtigen beaufsichtigenden Persönlichkeiten, aber alle hingen von ihm ab und waren meist auf seinen Vorschlag hin angestellt worden. Er besorgte die ganze Einrichtung der Münzwerkstätten, bezahlte die Beamten und Arbeiter und hatte nur das festgesetzte Signoragium an den König und das nicht bestimmte, aber wohl bedeutendere an allerhand maßgebende Persönlichkeiten abzuliefern. Im übrigen kehrte er sich wenig um die durch Münzverordnungen vorgeschriebenen Normen, sondern verringerte das Kleingeld in Gewicht und Gehalt. Mehrten sich die Klagen über seine Verwaltung, dann ließ er sich seine Redlichkeit, Treue, Uneigennützigkeit und gute Verwaltung vom König und vom Schatzmeister bescheinigen und arbeitete nach seinem Belieben weiter. Es gibt kaum ein zweites Beispiel in der neueren Geschichte, dass ein Mann in ähnlicher Weise und fast zwanzig Jahre lang, die gesamten Münzangelegenheiten eines Großen Staates verwaltet und zu eigenem Vorteil ausgebeutet hätte; daher geht auch das Interesse an seiner Person weit über den engen Rahmen der Münzgeschichte Elbings hinaus. Aus den vorgenannten Erkenntnissen wird ersichtlich, warum außer einem Gedenktaler keine weiteren Elbinger Münzen geprägt wurden.
Jacobson hinterließ 1639 bei seinem Tod die Güter Tiegenhoff, Oszek und Meselantz sowie mehrere Millionen Taler Bargeld.       Vgl. Lengnich, Historia Pruss., Bd. 5 ,S. 177 und Bd. 6, S. 22

X. JOHANN KASIMIR  (1648 – 1655)

Johann Kasimir war der letzte Zweig der Jagiellonen weiblicher Linie und der letzte Wasa auf dem polnischen Thron. Er wurde als erster Sohn Sigismunds III. aus zweiter Ehe am 21. März 1609 geboren. Während einer Reise 1638 nach Spanien und Frankreich (beide Länder führten gegeneinander Krieg) wurde er in Frankreich zwei Jahre lang gefangen gehalten. Im Jahr 1643 trat er in Rom in den Jesuitenorden ein und wurde 1646 vom Papst zum Kardinal ernannt. Nach dem Tod seines Stiefbruders Wladislaus IV. wurde er am 17. November 1648 zum König gewählt und am 17. Januar 1649 in Krakau gekrönt. Er heiratete am 30. Mai 1649 Luisa Maria Gonzaga, die Witwe seines Bruders Wladislaus, verzichtete am 16. November 1668 auf die Krone Polens und starb in Frankreich am 16. Dezember 1672.

Mit einer neuen Münzverordnung vom 16. Mai 1650 und unter Einführung einer neuen Münzmark sowie Ausprägung von sechs Sorten Kleingeld versuchte man, den bisherigen Mangel an Kleingeld zu beheben. In der ersten Periode (danach Besetzung durch die Schweden) wurden in Elbing folgende Münzen geschlagen:

Schillinge                 1666
Zweigröscher            1651
Örter                        1650, 1651, 1660, 1661, 1662, 1663, 1665, 1666, 1667
Halbtaler                  1650, 1651 mit dem Ort-Stempel als Klippe geprägt und für den Umlauf bestimmt. 
Taler                        1651 wurde auch als Doppeltaler, Doppeltalerklippe und Anderthalbtalerklippe geprägt. (Auktion Triton IV New York, 6.Dez.2000)
Dukaten                   1653, 1658, 1660, 1661, 1662, 1663

 Der Münzmeister war Wilhelm von Eck (W v E)  und nach dessen Tod 1652  Nicolaus Hennig

(NH und NH ) 1652 – 1662,  Wardein war Johann  Oelsner.  Nähere  Angaben  über diese Personen   sind nicht bekannt.

XI. KARL X. GUSTAV  von  SCHWEDEN  (1656 – 1660)

Erst zwanzig Jahre waren seit dem Stumsdorfer Frieden vergangen, als ein neuer Krieg Preußen bedrängte. Gustav II. Adolfs Tochter, die Königin Christine, hatte 1654 dem schwedischen Thron entsagt und ihren Vetter, den Pfalzgrafen, als Karl X. Gustav zum Nachfolger erkoren. Johann II. Kasimir, ganz in den Händen seiner französischen Gattin Luise Maria, die auch noch gern Königin von Schweden sein wollte, ließ den alten Anspruch auf die schwedische Krone aufleben und führte damit den zweiten Schwedisch–Polnischen Krieg herbei, in den bald alle Mächte Nord-, Mittel- und Osteuropas verwickelt wurden. Die Schweden stürmten über Stettin, Livland, Litauen bis nach Krakau, Preußen wurde zunächst verschont. Johann Kasimir floh nach Schlesien, und jetzt wandte sich Karl X. auch gegen Preußen. Von dem Jahr 1656 bis zum Frieden von Oliva 1660 war Elbing abermals in der Hand von Schweden. Der schwedische Führer und Elbinger Stadtkommandant Lorenz von der Linde ließ zur Besoldung seiner Truppen von Nicolaus Hennig Örter prägen. Diese Münzen wurden von der Bevölkerung wegen ihres geringen inneren Wertes abgelehnt, so dass sich die Stadtverwaltung zu deren späterer Umprägung verpflichtet fühlte. Es wurden 33 Örter auf die Krakauer Mark gerechnet, nach dem Strich waren die Münzen 11 lötig (0,688 fein) . Im Jahr 1656 wurde die Münze an die Stadt zurückgegeben, die jetzt von Nikolaus Hennig bis 1663 und danach von einem brandenburgischen Münzmeister mit dem Zeichen I P Jakob Pankert  (seine berufliche Existenz für Elbing ist noch nicht nachgewiesen) von 1665 bis 1667 geführt wurde.

Wahrscheinlicher ist es jedoch, dass es sich bei dem mit I P zeichnenden Münzmeister um den Königsberger Wardein Johann (Hans) Paulson handelt. Während der schwedischen Okkupation wurden in Elbing folgende Münzen geprägt:

Schilling                1656, 1657
Dreipölker              1657, 1658
6     Gröscher         1658, 1659 
18   Gröscher           o. Jahr, 1656, 1657, 1657/58, 1658 (auch als Klippe und auch als Goldabschlag im Wert zu drei Dukaten)

Taler                      1658
1 ¼ Talerklippe:      1658
1     Dukat:             1657, 1658 auch als Klippe in Silber
1 ½ Dukaten:          1658
2     Dukaten:          1658
3     Dukaten           1657
5     Dukaten:          1658
10   Dukaten:          1658

Während den schwedischen Besetzungen wurden die Münzen von der Stadt Elbing wie auch von den Schweden geprägt. Sie unterscheiden sich durch die Umschrift ELB oder SVE. Die Zeit der Schweden war für Elbing eine harte Prüfung, nur in unmittelbarer Nähe des Königs benahmen sich die Soldaten gesittet, besonders übel sah es auf dem Elbinger Land aus. Viele Höfe lagen in Schutt und Asche, Unkraut wucherte auf den Feldern, die Bewohner zogen bettelnd durch Stadt und Land, allein 3000 Bettler zählte man in Elbing. Im Jahr 1656 brach in Elbing erneut die Pest aus und forderte über 3100 Opfer, während nur 458 Kinder geboren wurden. In den kommenden fünf Jahren von 1656 – 1660 forderte die Pest in Elbing 10 400 Opfer. In diese Zeit passt auch die von Bahrfeldt im Marienburger (Mbg. 9547) beschriebene Blei-Marke ohne Jahreszahl mit der Wasagarbe aus der Schwedenzeit (1626 – 1660). Auch bei dieser Blei-Marke handelt es sich um Notgeld der Pestzeit, wie die Bleimünzen von 1600, 1606 und 1616, aber auch die erste Elbinger Bleimarke von 1560 (Mbg. 9545) passt in die Pestzeit von 1549 bis 1564. Das Zusammenpassen der vier Blei-Marken aus drei verschiedenen Zeiten in denen die Pest in Elbing wütete, bestätigt die Theorie von der Prägung der Elbinger Notgeld-Pestmünzen.

XII.              JOHANN  KASIMIR  ( 1660 – 1668 )

Der Friede von Oliva wirkte auf die gepeinigte Stadt Elbing wie eine Erlösung, zumal der Bürger Gottfried Zamehl die Stadt vor der Plünderung der abziehenden Schweden (der leichtfertige Gouverneur Lorenz von der Linde hatte es seinen Söldnern schon zugestanden) bewahren konnte. Nach dem Abzug der Schweden wurde wieder mit dem Abbild von Johann Kasimir geprägt, und zwar:        

                 Schillinge                 1666

                 Örter                        1660, 1661, 1662, 1663, 1665, 1666, 1667

                 Dukaten                   o.J., 1658, 1660, 1662, 1663

Der Münzmeister war wieder Niklas Hennig (N-H und NH ). Nach seinem Tod 1665 wurde Johann Paulson (IP) sein Nachfolger, der aber nur Schillinge und Örter prägte. Der Münzfuß für Örter war 31 Stück aus der 10 ½ lötigen Mark. Die Schillinge waren zweilötig, sie wurden nur während des einen Jahres, aber in großer Menge ausgegeben. Die Elbinger Schillinge wurden in Oldenburg nachgeahmt.

XIII.            MICHAEL  KORYBUT  (1669 – 1673)

Michael Thomas Wisniowiecki, ein Abkömmling der alten Fürsten von Litauen, wurde am 19. Juni 1669 zum König gewählt und am 29. September 1669 in Krakau gekrönt. Er vermählte sich am 27. Februar 1670 mit der Erzherzogin Eleonore, der Tochter Kaiser Ferdinands und starb am 10. November 1673. König Michael ließ sich 1670 durch Vorlage besonderer Beweisstücke von den Elbinger Bürgern davon überzeugen, dass die Stadt Elbing seit „ unvordenklicher Zeit “ im Besitz der Münzrechte gewesen ist, und erneuerte es der Stadt Elbing für ewige Zeit.

Während seiner Regierung war Christoph Schulz Pächter und Münzmeister der Elbinger Münze. Sein Münzzeichen ist C=S. In dieser Zeit wurden geprägt:

                     Schillinge             o. J., 1671, 1672, 1673,

                 ½ Taler                    1671

                 1  Taler                    1671

                 1 Dukat                    1671,1672

                 2 Dukaten                1672

Die Taler und der Dukat sind sehr selten, es gibt sehr viele Fälschungen, besonders bekannt von dem Warschauer Stempelschneider Josef Maynert (Meinert) und dem Goldschmied Igel ebenfalls aus Warschau, von dem ein gefälschter Taler in meiner Sammlung liegt. Ein weiterer neuer gefälschter Taler mit Stempelbruch (8. Stück) wurde mir 1997 in Braunsberg als angeb- lich echt für DM 9 000.-- angeboten, eine Abbildung befindet sich im Münzteil, Seite 129.

XIV.           AUGUST  II. der STARKE  (1697 – 1733)

August II., als Kurfürst von Sachsen Friedrich August I., jüngster Sohn des Kurfürsten Johann Georg III. und der Anna Sophie von Dänemark, wurde am 12. Mai 1670 geboren. August II. wurde am 15. September 1697 in Krakau gekrönt, nachdem er am 2. Juni dem Protestantismus abgeschworen hatte. August II. starb am 1. Februar 1733 in Warschau. Die Ausprägungen während der Regierungszeit Augusts II. waren unbedeutend, für Elbing tauchte bisher nur ein Schilling aus dem Jahr 1713 auf. Dieser Schilling wurde zuerst in der Sammlung Kubicki notiert und wurde am 30. März 1908 bei Adolph Hess in Frankfurt am Main für 41,-- Mark an den Geheimen Sanitätsrat Dr. Max Jaquet aus Berlin-Lichterfelde versteigert. Dr. Max Jaquet war ein großer Förderer des „ Verein für die Herstellung und Ausschmückung der Marienburg“ und stiftete auch diesen Schilling der Marienburger Münzsammlung.

XV.             AUGUST  III.  (1733 – 1763)

August  III., als Kurfürst Friederich August II., wurde in Dresden am 7. Oktober 1696 geboren und protestantisch getauft. Am 5. Oktober 1733 wurde er zum König gewählt, am 17. Januar 1734 in Krakau gekrönt. Er starb am 5. Oktober 1763 in Dresden.

Im Jahr 1760 schloss Jakob Dirkson, ein Danziger, mit dem Rat von Elbing einen Vertrag über die Ausprägung von Schillingen. Die Münze wurde wieder geöffnet. Dirkson sollte von jeder ausgeprägten Mark 15% als Schlagsatz an die Stadtkasse abliefern. Es wurden neben einem Direktor und einem Inspektor auch noch Carl Heinrich Schwerdtner als Münzmeister  eingestellt. Dirkson löste Ende 1761 den  Vertrag und sein Nachfolger  wurde Wilhelm Sellius und kurz danach Justus Carl Schröder. Die Stadtverwaltung  ließ Sechs- und 18-Gröscher prägen. Bis zum  Mai fertigte Schröder für 270 000 Gulden Sechsgröscher, die weitere Ausprägung wurde wegen Streitigkeiten zwischen Rat und den Bürgern eingestellt. Schröder ging Ende Juli nach Königsberg, sein Nachfolger wurde Friedrich Ludwig Stieber. Er prägte Dreigröscher (Düttchen), Schillinge und einige Tympfe (Gulden).* Ohne Erlaubnis des Rates ließ er die Stempel zu einem Sechsgröscher anfertigen und schlug damit etwa zehn Stück in feinem Silber als Klippe und Münze.

Wie zu allen Zeiten, so wurden auch diese Münzen gefälscht. In meiner Sammlung liegen zwei silberne Schillinge aus dem Jahr 1761 (Seite139, Nr. 582). Es handelt sich um zwei gefütterte Münzen. Es sind zeitgenössische Fälschungen aus reinem Kupfer, die mit einer Silberschicht belegt sind. Eine dieser sich gleichenden Münzen ist in der Längsrichtung aufgeschnitten, damit die Fälschung besser erkennbar ist. 

Der Name Andreas Tympf taucht zum ersten mal im Jahr 1659 auf. Er war Wardein an der Krakauer und Generalwardein aller polnischen Münzen. Im Jahr 1660 ist ein Thomas Tympf  Pächter und Münzmeister in Bromberg, des Weiteren wird auch ein Johann Tympf 1655 in Fraustadt erwähnt. Die Gebrüder Tympf prägten in Bromberg unterwertige Gulden (Tympfe), die mit Erlass des Schatzmeisters und der Lemberger Münzkommission von 1661 zu Zwangskurs unter das Volk gebracht werden sollten.

Die folgenden abgebildeten Münzen sind oftmals nur sehr schwer einem bestimmten Jahrgang zuzuordnen, hier hilft nur der Tipp von Max Kirmis:

Das Gepräge gänzlich abgegriffener Münzen kann in folgender Weise wieder sichtbar gemacht werden: Man erhitze die fragliche Münze vorsichtig von unten, entweder über einer Spiritusflamme oder indem man sie auf die gereinigte heiße Ofenplatte legt, dann oxidieren die früher erhabenen Stellen (welche am wenigsten kompakt sind) zuerst und die Zeichnung tritt ganz deutlich hervor. Noch besser sind die abgegriffenen Stellen mit einer Digital-Kamera sichtbar zu machen.