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IV. SIGISMUND I. (1507 – 1548)

Mit Ausgang des Mittelalters bestieg nach dem Tod von König Alexander, der dritte von Kasimirs Söhnen, Sigismund, den Thron von Polen und Litauen.

Durch die Verbindung mit Westpreußen hatte Polen auf dem Seeweg Absatz für seine Landes- produkte gewonnen, der völlige Mangel an gutem gemünztem Geld wirkte aber lähmend auf den Kleinhandel des ganzen Landes. Daher war es das fortwährende Bestreben Sigismunds, das unterwertige Geld einschmelzen zu lassen und durch vollwertige Münze zu ersetzen. Nichts ist so geeignet, ein Land zu vereinen, als gleiches Recht, gleiches Maß und Gewicht und gleiches Geld.

Zur Verbesserung der Münzverhältnisse in Polen und Preußen wurden 1528 Verhandlungen geführt. Am 8. Mai 1528 auf dem Landtag zu Marienburg wurde für beide Länder durch Vertreter der Krone Polens, der preußischen Stände und Herzog, Albrechts eine neue Münzordnung festgesetzt, bestätigt durch den königlichen Münzbrief vom 15. Juni 1529 und einer Bestätigung vom 10. Mai 1530.
Nach diesem neuen Münzfuß wurden geprägt:

Denare ( Pfennige )  540  Stück aus der   1 ½ löt. Krakauer Mark, 5760      aus d. feinen Mark

Schillinge                 159      „         „     „    3       „      „       „       „       848        „    „       „         „

Groschen                 96      „         „     „    6       „      „       „       „       256        „    „       „         „

Dreigröscher             74      „          „     „  14      „       „       „       „         84,57   „    „       „        „

Sechsgröscher          37     „          „     „   14     „       „       „       „          42,29   „    „       „        „

In Elbing wurden alle fünf Nominale ab 1530 bis 1540 geprägt. Zu dieser Zeit waren als Münzmeister in Elbing tätig:  

Justus  Lucius Decius , 1535 – 1537 in der Heilig-Geist-Str. Nr. 23 (Haus Nr. 50)

Michael  Fischer  bis zum 30. Januar 1546 
und von 1552 – 1557 ( Sigismund II. August )

In dieser Zeit wurden folgende Elbinger Münzen geprägt:

Denare ( Pfennige )  ohne Jahreszahl und von 1539, 1545*                  siehe Seite 62

Schillinge          von 1530, 1531, 1532, 1533, 1534, 1538, 1539

Groschen          von 1533, 1534, 1535, 1538, 1539, 1540

Dreigröscher     von 1535*, 1536, 1537, 1539, 1540                               siehe Seite 42

Sechsgröscher  von 1535, 1536


Diese Münzen zeigten jedoch nicht das königliche Bildnis, sondern auf der einen Seite den preußischen Adler oder auch eine Inschrift, auf der anderen Seite das Wappen der Hansestadt Elbing mit der entsprechenden Umschrift.

Die Bezeichnungen Elbing und Prussi wechselten in jedem Prägejahr bei jeder neuen Stempel- anfertigung von Elbi, Elbin, Elbing bis Elbingk und auch von Pru, Prus, Pruss, Prusi bis Prussi. Die umfangreichste Münzprägung eines Nominales war nach meiner Erkenntnis der Schilling aus dem Jahr 1531. Es wurden wenigstens acht verschiedene untere oder obere Stempel angefertigt, die in verschiedenen Kombinationen benutzt wurden. Es sind bisher 32 verschiedene Schillinge aus dem Jahr 1531 bekannt.

Von Seiten der polnischen Ritterschaft wurde häufig, so 1530, 1533 und 1537, beim König Klage geführt über angeblich zu gering ausgeprägte Münzen der Städte Danzig und Elbing und des Herzogs Albrecht. Der König untersagte denselben deshalb auch öfter die weitere Ausprägung. Die Städte schlossen dann vorübergehend ihre Münzstätten, eröffneten sie aber bald wieder, so dass der König im Jahr 1539 den preußischen Ständen gebot, entweder mit dem Münzen aufzuhören oder sich des königlichen Bildnisses zu enthalten. Im Jahr 1543 wurden die Gepräge der preußischen Städte und des Herzogs Albrechts als nicht vollwertig in Polen und Litauen verboten

. Das älteste Elbinger Münzhaus war um 1400 in der Brückstr. 5, um 1530 in der Heilige- Geist Str. 23 (Haus Nr. 50) und später zog man um in die Heilige-Geist-Str. 26 (Haus Nr. 53). 

V. SIGISMUND II. AUGUST  (1548 – 1572)

Zurzeit von König Sigismund II.August war die Elbinger Münzprägung gering. Ein Mangel an Kleingeld bestand schon seit der letzten Prägung im Jahr 1545. Der Elbinger Rat erwirkte vom König eine Genehmigung zur Prägung von weiteren Pfennigen.

In einem königlichen Reskript von 1554 wurde der Stadt die Herstellung von Pfennigen im Wert von 6000 Gulden genehmigt. Wiederum wurde der Münzmeister Michael Fischer mit dieser Arbeit beauftragt. Diese Pfennige (Denare) tragen die Jahreszahlen  1552 */ 1554 / 1555 / 1556 und 1557. Hiernach ruhte der Münzhammer wieder. 18 Pfennige galten einen Groschen.

 * siehe Seite 62

Während der Regierungszeit der Könige Heinrich von Valois 1573 – 1575 und Stephan Bathori, 1575 – 1586, wurde in Elbing nicht geprägt.


VI. SIGISMUND III.  WASA  (1587 – 1632)

Sigismund III. wurde am 20.Juni 1566 als Sohn Johanns von Schweden und der Katharina, Tochter Sigismunds I., geboren. Nachdem König Johann am 17. November 1592 gestorben war, nahm Sigismund III. den schwedischen Königstitel an und wurde am 1. März 1594 in Upsala gekrönt.  1599 kündigten ihm die Schweden den Gehorsam auf, falls der Prinz Wladislaus nicht nach Schweden gebracht werden würde. Im Jahr 1600 erklärten die Schweden Sigismund und seine Nachkommen des Thrones verlustig und wählten im Jahr 1604 Karl von Südermanland zum König. Weder Sigismund noch seine Nachkommen entsagten den Ansprüchen auf Schweden und den schwedischen Königstitel.  Während der 46jährigen Regierungsperiode Sigismunds III. wurden offiziell in Elbing keine Münzen geprägt. Der Grund hierfür ist unbekannt, aber sicherlich war ein Münzbedarf in Elbing vorhanden. Im Marienburger Münzkabinett waren vor 1945 zwei verschiedene Schillinge mit dem Namen dieses Königs vorhanden, von denen vermutet wurde, dass beide unberechtigte Prägungen, vielleicht Fälschungen von Anton Günter von Oldenburg waren. Ein weiterer Grund für das Unterlassen der Elbinger Münzprägung ist wahrscheinlich auf den Ausbruch der Pest um 1579 in Elbing zu-rückzuführen. In den Jahren 1587, 1600 und 1601 musste der Landtag ausfallen. Am 15. April 1602 zeigte sich die Pest wieder auf der Lastadie. Die Pesthäuser wurden vernagelt und mit Kreide gekennzeichnet. Das Tragen und Verkaufen von Kleidung der Pestopfer wurde verboten. Seit dem 21. Juni 1602 waren große Ansammlungen bei Hochzeiten und Kindstaufen verboten. Nach 4 Uhr nachmittags wurden kirchliche Handlungen untersagt. Vom 22. August bis 25. November 1602 setzte der Rat der Stadt seine Sitzungen ganz aus, alle mieden die Pesterfüllte Stadt.

Am 22. August hatte der Oberbürgermeister Sprengel, mit 85 Jahren noch in alter Frische an der Ratssitzung teilgenommen, aber am 25. August fiel er der Pest zum Opfer. Im Jahr 1604 übernahm Israel Hoppe nach Sprengels Tod die Elbinger Führung.

Im Jahr 1611 herrschte in Elbing wieder ein schweres Fieber, das auch viele Opfer forderte.

In der Marienburger Sammlung befand sich eine Bleimarke mit dem gekrönten Brustbild König Sigismund III. mit dem umgehängten Orden vom Goldenen Vlies. Die Rückseite lässt auf eine Münze schließen mit der Umschrift: ü monEta = civit : ElbingEn.

Diese Münze ist um ca. 1600 geschlagen worden. In meiner Sammlung befinden sich ebenfalls zwei Münzen aus Blei aus den Jahren 1606 und 1616, aber ohne dem Brustbild vom König Sigismund III. Diese Bleiprägungen sind wahrscheinlich Notgeld der Pestzeit, ebenso wie die zwei weiteren Bleiabschläge von 1560 und 1626 aus der Marienburger Münzsammlung. Da die Stadt fast ausgestorben und der Handel fast völlig zum Erliegen gekommen war, fehlte offensichtlich das Geld für den Silberankauf. Es war auch billiger und leichter beim Verbrennen der Habe der Pestopfer, auf das eventuelle Pestverseuchte Geld aus Blei zu verzichten. Die Feststellungen von Voßberg, Kubicki, Bahrfeldt und Pfarrer Schwandt, dass in Elbing in den 70 Jahren von 1557 bis 1627 nicht geprägt wurde sind daher nicht zutreffend. Sicherlich haben sie alle nicht die Pestzeiten und den starken Rückgang der Stadtbevölkerung zur Kenntnis genommen. Die geschwächte Elbinger Bevölkerung (ca. 500 Bürger gegen 6000 schwedische Söldner) war deshalb auch nicht in der Lage, den Einmarsch der Schweden zu verhindern.

VII.  GUSTAV  II. ADOLF von SCHWEDEN  ( 1627 – 1632 )

Gustav II.Adolf von Schweden war der Cousin von Sigismund III., ihr gemeinsamer Großvater war Gustav I., gestorben 1560. Der Vater von Gustav II. Adolf, Karl IX. Herzog von Südermanland, war der Thronnachfolger des abgesetzten schwedischen Königs Sigismund III. Sigismund III. versuchte nun mit Waffengewalt den schwedischen Thron zurück zu erobern. Dieser so genannte schwedisch–polnische Erbfolgekrieg, der sich nur in den preußischen und polnischen Gebieten abspielte, bescherte Elbing am 15. Juli 1626 den Einmarsch der Schweden. Die Stadt Elbing erkannte die schwedische Herrschaft an und erreichte neben den bestehenden Rechten und Freiheiten ein Jahr später die Verleihung des Münzrechtes, dieses schloss auch die Prägung von Goldmünzen mit ein. Der Pächter Marcus Philipssohn begann im Auftrag der Stadt Elbing 1628 mit der Münzprägung. Die kleinen Sorten Elbinger Münzen wurden von den Bürgern wegen der mangelhaften Beschaffenheit nicht akzeptiert, die großen Sorten, die ersten in Elbing überhaupt, wurden nur in geringen Stückzahlen geschlagen. Trotz Beschwerde der Stadtbehörde verbesserte sich die Münzprägung nicht. Der schwedische Generalgouverneur Graf Axel Oxenstierna entzog darauf hin der Stadt die Verwaltung der Münze und schloss mit Marcello Philips (auch Marschall Philipson, Marschellio Philipßen und Marcus Philipson waren sicherlich ein und dieselbe Person) und den neu dazu gekommenen Teilhaber Bendix Steffens einen neuen Vertrag, bei dem die Stadt auf einen geringen Schlagsatz gesetzt wurde.

Der beabsichtigte Erfolg blieb aus, die Münzen verschlechterten sich weiter. Die Dreigröscher wurden im Stadtgebiet auf zwei Drittel ihres Nennwertes heruntergesetzt, auswärts wurden diese Münzen nicht mehr akzeptiert und 1633 in Polen verboten.
Nach dem Vertrag vom 22. November 1631 wurden neben Dukaten und Taler folgende Sorten geprägt:


Gustav II. Adolf starb 1632, es sind aber Dreigröscher mit der Jahreszahl 1633, Dreipölker mit den Jahreszahlen 1633 und 1635 sowie Schillinge mit den Jahreszahlen 1633, 1634 und 1635 vorhanden. Während der Dreigröscher von 1633 sehr selten ist, gibt es von den Dreipölkern zehn verschiedene und von den Schillingen aus 1633 und 1634, 20 verschiedene Nominale, die nach dem Tod des Schwedenkönigs mit seinem Namen geprägt wurden. Ob man die Stempel während der Regentschaft seiner Tochter Christine nur aus Bequemlichkeit  weiter verwendet hat oder ob es sich bei diesen Münzen um unberechtigte Prägungen handelt, ist urkundlich nicht überliefert. Alle Sorten, die nach dem Tod Gustav II. Adolf geprägt wurden tragen den Stadtnamen ELB oder den Landesnamen SVE. Das gibt Grund zur Annahme, dass beide Sorten nur in einer Münzwerkstatt (Heilig–Geist Str. 23) geschlagen wurden und die angebliche schwedische Münzwerkstatt auf dem Klappenberg nicht existiert hat.
Neben den schlechten, minderwertigen schwedischen Münzen, die einmal im Auftrag der Stadt Elbing geschlagen wurden, erkennbar an der Bezeichnung „ELB – ELBING“, zum anderen aber prägten auch die Schweden die gleichen Münzen mit der Bezeichnung „SVE und SVEC“ in der Umschrift, waren auch Fälschungen im Umlauf. In der öffentlichen Versteigerung der Mathy’schen Sammlung am 2. August 1858 in Danzig wurden unter der Nummer 2755 und 2756 zwei Plakate  des Rates der Stadt Danzig angeboten, die auf diese Fälschungen 1630 hinweisen:



Der Schwedenkönig Gustav II. Adolf war selbst ein großer Münzsammler wie auch viele andere Könige, geistliche Oberhäupter und Fürsten zu dieser Zeit. Bei seinem Einzug am 16. Juli 1626 verlangte er vom Rat der Stadt Elbing einen Satz Elbinger Münzen. Diesen Wunsch konnte man nicht erfüllen, die Stadt besaß selbst keine alten Münzen, wohl aber die alten Prägestempel, diese wurden dem König übergeben. Der König ließ diese Eisen nach Schweden bringen, wo er sich die Elbinger Münzen nachprägen ließ.